Szenario
Hitze
Lange heiße Tage zehren am Körper, er verliert mehr Flüssigkeit.
Was passiert
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Hitze in zwei Stufen. Bei starker Wärmebelastung liegt die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag über etwa 32 Grad. Ab 38 Grad spricht er von extremer Wärmebelastung.
Gewarnt wird nur, wenn auch die Nächte zu warm bleiben. Dann kühlen Wohnungen nicht mehr aus, und der Schlaf leidet. In Städten kann es nachts besonders warm bleiben.
Für manche Menschen wird Hitze schnell gefährlich, auch in der eigenen Wohnung. Das BIÖG nennt Menschen ab 65 Jahren, kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten. Für ältere Menschen beginnt die extreme Belastung laut DWD schon bei etwa 36 Grad.
Vor Hitze wird gewarnt, ihr könnt euch also darauf einstellen. Mit ein paar Anpassungen im Alltag lassen sich solche Tage leichter überstehen.
Dieses Szenario zeigt den Ablauf einer Hitzewelle. Es geht um Trinken, eine kühle Wohnung und um Menschen, die Unterstützung brauchen. Wie ihr Vorräte bei Hitze lagert, steht im Beitrag „Hitze“.
Hitze →Was schon passiert ist
Deutschland, Sommer 2018
Die Hitze hielt wochenlang an. Im Norden und Osten war es der wärmste Sommer seit Beginn der Messungen.
Quellen3
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
Hitzewellen werden in Deutschland häufiger und länger, sagt der Deutsche Wetterdienst. Was heute ein Ausnahmesommer ist, kann bald ein normaler sein.
Die ersten heißen Tage
Trinkt über den Tag verteilt, laut BBK mindestens 1,5 bis 2 Liter. Geeignet sind Wasser, verdünnte Säfte oder Tee, aber nicht eiskalt. Alkohol und koffeinhaltige Getränke meidet ihr besser.
Wartet nicht auf den Durst. Das BIÖG rät, etwa stündlich ein Glas zu trinken. Wer eine Herz- oder Nierenerkrankung hat, bespricht die Trinkmenge mit der Arztpraxis.
Meidet die pralle Sonne. Legt Einkäufe, Spaziergänge und Sport in den frühen Morgen oder späten Abend. Tragt weite, leichte und helle Kleidung, draußen mit Kopfbedeckung. Gönnt euch in der heißesten Zeit Pausen im Schatten.
Esst lieber mehrere kleine, leichte Mahlzeiten als wenige schwere. Obst und Gemüse bringen zusätzlich Flüssigkeit. Nehmt beim Einkauf eine Kühltasche mit, damit Verderbliches nicht warm wird. Wer stark schwitzt, verliert auch Mineralstoffe. Das BIÖG nennt als Beispiele Brühe oder Bananen.
Behaltet die Warnungen im Blick. Der DWD bietet Hitzewarnungen als Newsletter und in seinen Apps an. Seht morgens kurz nach, was für euren Ort gilt.
Die Wohnung kühl halten
Das BIÖG nennt Richtwerte für drinnen: tagsüber möglichst unter 26 Grad, nachts unter 20 Grad. Spätestens ab 32 Grad am Tag oder 24 Grad in der Nacht solltet ihr aktiv kühlen.
Haltet die Fenster tagsüber geschlossen und dunkelt sie ab. Am besten wirkt eine Verschattung von außen, etwa Rollläden oder Fensterläden. Helle Materialien werfen Sonnenlicht zurück. Habt ihr eine Klimaanlage, stellt sie laut BIÖG höchstens 6 bis 8 Grad unter die Außentemperatur.
Lüftet nur, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Das ist meist nachts und am frühen Morgen. Öffnet dann möglichst alle Fenster zugleich, damit Durchzug entsteht.
Ein einfaches Thermometer im Schlafzimmer zeigt euch, wie warm es wirklich ist. Ohne Messung unterschätzt man die Wärme leicht.
Schlaft im kühlsten Raum der Wohnung, wenn das möglich ist. Kühlt die Wohnung kaum ab, haltet euch tagsüber im kühlsten Raum auf. Leichte Kleidung und dünne Bettwäsche helfen auch nachts. Elektrische Geräte geben Wärme ab, schaltet ab, was ihr nicht braucht.
Wenn es länger dauert
Nach einigen heißen Tagen wird es anstrengender. Die Wohnung speichert die Wärme, und die Nächte bringen wenig Erholung. Plant jetzt bewusst Pausen ein und verschiebt, was warten kann.
Nehmt plötzliche Beschwerden ernst. Geht bei Schwindel, Schwäche oder Kopfschmerz sofort an einen kühleren Ort und trinkt Wasser. Bessert es sich nach einer Stunde Ruhe nicht, lasst es ärztlich abklären.
Ist jemand verwirrt, nicht mehr ansprechbar oder bricht zusammen, ruft sofort 112. Das BIÖG nennt solche Zeichen Alarmsignale.
Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt in der Arztpraxis, ob sie bei Hitze angepasst werden müssen. Setzt nichts selbst ab. Lasst Medikamente nie im Auto liegen. Fragt in der Apotheke nach, wenn euch die Lagerung unklar ist.
Lasst auf keinen Fall Menschen oder Tiere allein im heißen Auto zurück, auch nicht kurz. Das Auto heizt sich in der Sonne stark auf.
Bei Trockenheit steigt draußen die Brandgefahr. Werft keine Zigaretten weg und grillt nur auf erlaubten Plätzen. Ein Feuer meldet ihr sofort über 112.
Auf andere achten
Hitze trifft nicht alle gleich. Kinder heizen sich schneller auf als Erwachsene, schreibt das BIÖG. Menschen ab 65 Jahren sind besonders gefährdet, Hochbetagte am stärksten. Schwangere sollten sich an heißen Tagen schonen und bei Beschwerden früh ärztlichen Rat holen.
Meldet euch bei älteren, kranken oder alleinlebenden Menschen mindestens einmal am Tag. Fragt, wie es ihnen geht. Fragt auch, wie viel sie getrunken haben und wie warm es in ihrer Wohnung ist.
Ein Besuch oder ein Anruf reicht oft schon. Das BBK rät, auf Familie, Freunde und Nachbarn zu achten. Bietet an, einen Einkauf mitzubringen, damit niemand in der Mittagshitze losmuss.
Geht es jemandem schlecht, bringt ihn in den Schatten und lockert seine Kleidung. Bietet etwas zu trinken an und wählt den Notruf 112.
Achtet dabei auf die Wünsche der anderen Person. Nicht jeder möchte Hilfe, und das ist in Ordnung. Ein fester Anruf am Morgen lässt Raum für eine eigene Entscheidung.
Was ihr vorher tun könnt
Abonniert die Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes, bevor der Sommer beginnt. Dann wisst ihr früh, was auf euch zukommt.
Haltet genug Getränke im Haus. Euer Wasservorrat nach BBK hilft auch an heißen Tagen, ihr müsst dann keine schweren Kästen in der Mittagshitze tragen.
Schaut euch die Wohnung an. Welche Fenster bekommen Sonne, und lassen sie sich von außen verschatten? In einer Mietwohnung fragt ihr bei der Hausverwaltung nach. Prüft auch, ob Rollläden und Vorhänge gut schließen.
Nehmt ihr regelmäßig Medikamente, sprecht vor dem Sommer mit der Arztpraxis. Fragt, ob bei Hitze etwas zu beachten ist und wie ihr die Mittel lagert.
Sprecht ab, wer bei einer Hitzewarnung wen anruft. Schreibt die Namen auf, damit niemand vergessen wird. Klärt auch, wer für ältere Angehörige einkaufen kann. Wer allein lebt, verabredet einen täglichen Anruf mit Familie oder Nachbarn.
Legt ein Thermometer, leichte Bettwäsche und eine Kühltasche bereit. Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Früh los. Wer im Sommer wandert, startet im Morgengrauen. Zu Hause gilt dasselbe für Einkäufe und Wege. Die kühlen Stunden am Morgen sind die besten des Tages. Am Nachmittag ruht man im Schatten.
Der Schatten wandert. Beim Campen stellt man das Zelt so, dass es am Nachmittag Schatten hat. Schaut zu Hause, welches Zimmer wann Sonne bekommt. Zieht mit der Arbeit dorthin, wo es gerade kühl ist.
Die Flasche in Sichtweite. Unterwegs hängt die Trinkflasche griffbereit am Rucksack. Stellt zu Hause Getränke dorthin, wo ihr sie seht. Dann denkt ihr öfter ans Trinken.
Das feuchte Tuch. Viele Wanderer legen sich ein feuchtes Tuch in den Nacken. Das fühlt sich angenehm kühl an. Zu Hause hilft es genauso, etwa beim Lesen im Schatten auf dem Balkon.
Nie im Auto warten lassen. Auf Reisen bleibt niemand im geparkten Auto, auch kein Hund. Das gilt an jedem heißen Tag.
Häufige Fehler
Erst bei Durst trinken. Dann fehlt dem Körper schon Flüssigkeit. Trinkt regelmäßig über den Tag, etwa stündlich ein Glas.
Eiskalt oder mit Alkohol trinken. Sehr kalte Getränke belasten den Magen, Alkohol meidet ihr laut BBK besser. Nehmt kühles Wasser oder Tee.
Lüften, wenn es draußen wärmer ist. Warme Luft kommt herein, die Wohnung heizt auf. Lüftet erst, wenn es draußen kühler ist als drinnen.
Kinder oder Tiere kurz im Auto lassen. Ein geparktes Auto wird in der Sonne schnell sehr heiß. Nehmt alle mit.
Medikamente selbst absetzen. Das kann gefährlich sein. Fragt in der Arztpraxis nach.
Medikamente im Auto liegen lassen. Dort wird es zu heiß für sie. Lagert sie nach der Packungsbeilage.
Niemanden anrufen. Ältere Menschen, die allein leben, brauchen bei Hitze besondere Unterstützung. Ein täglicher Anruf hilft, fragt dabei auch nach dem Trinken.
Beschwerden abwarten. Wird es nach einer Stunde Ruhe und Kühle nicht besser, lasst es abklären. Bei Alarmsignalen ruft 112.
Euer Schritt
Eine Hitzewelle wird leichter, wenn der Tag einen Plan hat. Schaut deshalb heute auf die Hitzewarnung für euren Ort.
Plant den Tag danach. Was muss raus, und was kann warten? Legt Wege und Einkäufe in die kühlen Morgenstunden.
Stellt Getränke so hin, dass ihr sie seht. Schaut, welche Fenster ihr tagsüber abdunkelt und wann ihr lüftet.
Notiert, wen ihr bei Hitze anrufen wollt. Tragt die Nummern in die Notfallkarte ein, damit sie auch ohne Handy greifbar sind.
Fragt euch auch, wer bei euch besonders auf Hitze achten muss. Sind kleine Kinder im Haushalt, ältere Angehörige oder jemand mit einer chronischen Krankheit? Für sie lohnt sich ein eigener Blick.
Abonniert die Hitzewarnung, wenn ihr sie noch nicht bekommt. Dann kommt die nächste Warnung von selbst zu euch.
Ein Plan für einen Tag reicht. Am nächsten Morgen schaut ihr kurz wieder auf die Warnung.
Bei Fragen zu Medikamenten oder eigenen Beschwerden hilft eure Arztpraxis. Im Notfall wählt ihr 112.
Was ihr braucht
Partnerlinks · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Der Preis bleibt für euch gleich.
- Trinkwasser in FlaschenGrundvorrat: 2 Liter pro Person und Tagselbst besorgen
- Wiederverwendbare Trinkflaschezum Auffüllen unterwegsBei Amazon
- Rucksackein Notgepäck pro PersonBei Amazon
Mengen nach BBK.
Ein kleiner Schritt. Ein gutes Gefühl.
Was fehlt euch?
Welche Frage oder welches Thema fehlt euch? Wir lesen jede Nachricht und nehmen Wünsche in unseren Redaktionsplan auf.
Jede Seite nennt ihre Quellen. Eigene Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen. „Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
Quellen
Seite 2 · Was passiert
- Deutscher WetterdienstHitzewarnungen ↗
Seite 3 · Was schon passiert ist
Zurück: Deutschland, Sommer 2018Seite 4 · Die ersten heißen Tage
Zurück: Seite 4 · Die ersten heißen TageSeite 5 · Die Wohnung kühl halten
Zurück: Seite 5 · Die Wohnung kühl haltenSeite 6 · Wenn es länger dauert
Zurück: Seite 6 · Wenn es länger dauertSeite 7 · Auf andere achten
Zurück: Seite 7 · Auf andere achtenSeite 8 · Was ihr vorher tun könnt
Zurück: Seite 8 · Was ihr vorher tun könntSeite 9 · Aus der Praxis
Quellen5
Zurück: Seite 9 · Aus der Praxis