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Wasservorrat
Ihr wisst, wie viele Kästen ihr braucht und wann ihr nachzählt.
Kurz beantwortet
Wie viel Wasser braucht man pro Person für den Notvorrat?
Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Für 10 Tage sind das 20 Liter pro Person.
Wie lange hält Wasser in Plastikflaschen?
Auf Mineralwasser in PET-Flaschen steht in der Regel ein Mindesthaltbarkeitsdatum von einem Jahr, in Glas meist zwei Jahre. Lagert die Flaschen ungeöffnet, kühl und dunkel.
Quellen: BZfE, Wie lange ist Mineralwasser haltbar?; Verbraucherzentrale Niedersachsen, Trinkwasservorrat. Ausführlich auf Seite 6
Kann man abgelaufenes Mineralwasser noch trinken?
In der Regel ja, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Riecht oder schmeckt das Wasser ungewohnt, trinkt es nicht mehr.
Quellen: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Lebensmittelvorrat; BZfE, Wie lange ist Mineralwasser haltbar?. Ausführlich auf Seite 6
Kann man Wasser mit CDL haltbar machen?
Nein: CDL ist laut Verbraucherzentrale ein Desinfektionsmittel und darf nicht eingenommen werden. Für den Trinkvorrat rät die BLE zu gekauftem Wasser mit Datum.
Quellen: Verbraucherzentrale, MMS und CDL; BLE Ernährungsvorsorge, Häufig gestellte Fragen. Ausführlich auf Seite 6
Kommt bei Stromausfall noch Wasser aus der Leitung?
Die Quellen sagen Verschiedenes: Laut BBK kommt dann kein Wasser mehr, laut Verbraucherzentrale bleibt es meist, nur ohne Warmwasser. Wie es bei euch aussieht, erfahrt ihr bei eurem örtlichen Versorger.
Quellen: BBK, Vorsorge und Handeln bei Stromausfall; Verbraucherzentrale, Was tun bei Stromausfall. Ausführlich auf Seite 2
Warum Wasser zuerst kommt
Im Bild
Ein Wasservorrat ist wie das Reserverad im Kofferraum: Ihr braucht es selten, aber dann sofort. Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag, als Ziel für 10 Tage. Zählt einmal nach, was ihr habt, und ergänzt, was fehlt.
Genauer
Wasser fehlt im Alltag als Erstes, wenn etwas Größeres ausfällt. Die Wasserwerke brauchen Strom und digitale Technik. Fallen beide aus, kann auch die Wasserversorgung ausfallen. Manchmal fließt zwar noch Wasser, ist aber verschmutzt. Dann hilft euch ebenfalls nur ein Vorrat.
Ohne Essen kommt ein Mensch unter Umständen drei Wochen aus. Ohne Flüssigkeit sind es nur etwa vier Tage. Das BBK nennt Trinkwasser deshalb wichtiger als Essen. Das ist kein Grund zur Sorge. Es ist ein guter Grund, beim Vorrat mit dem Wasser anzufangen.
Manche Wasserversorger halten für ihre Werke Notstrom bereit. In höheren Lagen kann das Wasser trotzdem ausbleiben, weil dort Pumpen den Druck aufbauen. Wie es bei euch aussieht, erfahrt ihr bei eurem örtlichen Versorger.
Für größere Ausfälle hat der Bund außerdem über 5.200 Trinkwassernotbrunnen geschaffen. Sie liegen meist in Wohngebieten großer Städte. Das ist eine Notversorgung für viele Menschen zugleich. Den eigenen Vorrat ersetzt sie nicht. Das BBK rät, in jedem Haushalt einen Wasservorrat bereitzuhalten.
Ein Vorrat macht solche Tage ruhiger. Ihr müsst nicht losfahren und nicht anstehen. Ihr greift einfach in den eigenen Schrank.
Mit Litern anfangen
Das BBK rechnet mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter zum Kochen gedacht. Die übrigen 1,5 Liter sind zum Trinken da. Das ist auch die Menge, die ein Erwachsener laut BBK mindestens am Tag braucht. Nudeln, Reis oder eine Suppe kommen eben nicht ohne Wasser aus.
Als Ziel nennt das BBK einen Vorrat für möglichst 10 Tage. Ein Vorrat für 3 Tage hilft aber schon sehr. Darauf könnt ihr Schritt für Schritt aufbauen.
Für eine Person sind das 6 Liter für 3 Tage und 20 Liter für 10 Tage. Das BBK zeigt dazu ein Beispiel mit drei Personen. 18 Liter reichen ihnen 3 Tage, 30 Liter 5 Tage, 60 Liter 10 Tage.
Die 2 Liter sind eine Planungsgröße für den Vorrat. Sie sagen nicht, wie viel jede Person trinken muss. Manche trinken mehr, manche weniger. Für die Planung zählt jede Person im Haushalt mit, auch jedes Kind.
Auch andere Getränke zählen mit, etwa Fruchtsäfte. Ein Teil des Vorrats sollte aber Wasser sein. Mit Saft kocht niemand gern Nudeln.
Fangt ruhig klein an. Ein Kasten mehr im Keller ist schon ein Anfang. Beim nächsten Einkauf kommt der zweite dazu. So wächst der Vorrat mit, ohne dass ihr einen Großeinkauf plant.
Was nicht in die 2 Liter gehört, steht zwei Seiten weiter: Wasser für Hygiene.
Von Litern zu Kästen
Liter sind abstrakt, Kästen kann man zählen. Ein Sechserpack mit 1,5-Liter-Flaschen enthält 9 Liter. Zu zweit braucht ihr für 10 Tage 40 Liter. Das sind 5 solcher Packungen, aufgerundet 45 Liter. Andere Flaschen rechnet ihr genauso: Anzahl mal Inhalt. Bei angebrochenen Packungen zählt nur, was wirklich noch da ist. Stellt im Rechner eure Personen und Tage ein.
Personen im Haushalt
Für wie viele Tage?
60 Liter
3 Personen × 10 Tage × 2 Liter pro Tag
7 Sechserpacks à 6 × 1,5 Liter
Auf ganze Packungen aufgerundet: 63 Liter. Andere Flaschengrößen gehen natürlich auch.
Die Rechnung zeigt euren Bedarf, nicht, was ihr schon zu Hause habt. Grundlage: 2 Liter pro Person und Tag nach BBK.
Wer mehr Wasser braucht
Die 2 Liter sind schon verplant: 1,5 Liter zum Trinken, 0,5 Liter zum Kochen. Wer davon wäscht und spült, hat am Ende zu wenig zum Trinken. Plant Wasser für Hygiene deshalb getrennt und zusätzlich. Das BBK führt in seiner Checkliste eigene Wasserbehälter für Brauchwasser auf.
Brauchwasser reicht für die Toilette und zum Putzen. Für das Zähneputzen nehmt ihr Wasser in Trinkqualität. Bei einem Abkochgebot gehört es zu dem Wasser, das ihr abkocht.
Kinder zählen in der Planung als ganze Person mit. Für Babynahrung gelten beim Wasser eigene Regeln. Sie stehen im Beitrag „Vorsorge mit Baby und Kleinkind“. Bei einem Abkochgebot rät das Umweltbundesamt zu abgekochtem Wasser für die Körperpflege kleiner Kinder sowie kranker und immungeschwächter Menschen. Lasst es vorher gut abkühlen.
Denkt auch an eure Haustiere, rät das BBK. Wie viel ein Tier trinkt, hängt von Art, Größe und Futter ab. Fragt im Zweifel in eurer Tierarztpraxis nach. Stellt das Tierwasser mit in den Vorrat und schreibt die Menge dazu.
An heißen Tagen und bei körperlicher Anstrengung kann euer Bedarf steigen. Plant im Sommer lieber etwas mehr ein. Wer krank ist oder Medikamente nimmt, klärt den eigenen Bedarf mit der Arztpraxis.
So entsteht aus den 2 Litern euer eigener Wert. Er gilt für euren Haushalt, nicht für einen Durchschnitt.
Vorsorge mit Baby und Kleinkind →Kühl, dunkel, im Wechsel
Wasser hält lange, wenn ihr es ungeöffnet, kühl und dunkel aufbewahrt. Sonne und Wärme schaden der Qualität. Ein Platz im Keller, in der Abstellkammer oder unten im Schrank passt oft gut. Das Auto ist kein guter Lagerort.
PET-Flaschen können Gerüche aus der Umgebung annehmen. Stellt sie deshalb nicht neben Putzmittel, Farben, Lösungsmittel oder Benzin.
Auf Mineralwasser in Glas steht meist ein Mindesthaltbarkeitsdatum von zwei Jahren. In PET sind es in der Regel ein Jahr. Das Datum ist kein Wegwerfdatum. Ungeöffnete, gut gelagerte Flaschen lassen sich in der Regel deutlich länger verwenden. Riecht oder schmeckt Wasser ungewohnt, trinkt es nicht mehr.
Am frischesten bleibt der Vorrat, wenn ihr ihn im Alltag mittrinkt. Nehmt die älteste Packung zuerst und stellt neue nach hinten. Dann läuft nichts ab, und der Vorrat kostet euch kaum zusätzlich. Die Verbraucherzentrale rät, Vorräte zwei- bis dreimal im Jahr durchzusehen.
Eine geöffnete Flasche gehört verschlossen in den Kühlschrank. Trinkt sie innerhalb von ein bis drei Tagen aus. Wer direkt aus der Flasche trinkt, bringt leichter Keime hinein.
Schreibt das früheste Datum außen auf den Kasten. So seht ihr beim Vorbeigehen, welcher als Nächstes dran ist.
Wenn das Leitungswasser ausfällt
Kommt kein Wasser mehr aus der Leitung, greift ihr auf euren Vorrat zurück. Trinkt zuerst die angebrochenen Flaschen. Geht mit dem Brauchwasser sparsam um, damit das Trinkwasser länger reicht.
Manchmal fließt das Wasser, ist aber belastet. Dann kann das Gesundheitsamt ein Abkochgebot aussprechen. Euer Wasserversorger und die örtlichen Medien informieren darüber. Haltet euch genau daran. Aufheben kann das Gebot nur das Gesundheitsamt.
Abgekocht werden muss alles Wasser zum Trinken und zum Zähneputzen. Das gilt auch für Wasser, mit dem ihr Obst und Gemüse wascht. Ebenso für Getränke, Eiswürfel und alles, was ungekocht gegessen wird.
So geht es nach dem Umweltbundesamt: Lasst das Wasser einmal sprudelnd aufkochen. Lasst es danach langsam mindestens 10 Minuten abkühlen. Ein Wasserkocher eignet sich gut dafür. Wartet für die meisten Zwecke, bis das Wasser nur noch handwarm ist. Heißes Wasser verbrüht schnell, besonders Kinder und ältere Menschen.
Für manches könnt ihr kurze Zeit auf das Abkochen verzichten. Ein leicht erhöhtes Infektionsrisiko bleibt dabei, schreibt das Umweltbundesamt. Es nennt die Spülmaschine ab 60 Grad und die Waschmaschine ab 40 Grad. Auch Körperpflege und Putzen gehören dazu. Offene Wunden deckt ihr dabei mit wasserdichtem Pflaster ab. Für die Hände genügt gründliches Waschen mit Seife.
Kleine Kinder sowie kranke und immungeschwächte Menschen waschen sich mit abgekochtem, abgekühltem Wasser. Sagt die Mitteilung vor Ort etwas anderes, gilt die Mitteilung vor Ort. Wer krank ist oder ein geschwächtes Immunsystem hat, fragt in der Arztpraxis nach weiteren Regeln.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Der Kanister. Auf dem Campingplatz gehört der Wasserkanister einfach dazu. Zu Hause hilft er, wenn ein Ausfall angekündigt ist. Füllt ihn kurz vorher mit Leitungswasser und nutzt es in den Tagen danach. Achtet beim Abfüllen auf Sauberkeit, verschließt den Kanister und stellt ihn kühl. Reinigt ihn regelmäßig gründlich. Für den dauerhaften Trinkvorrat rät die BLE zu gekauftem Wasser. Es trägt ein Datum und lässt sich leicht austauschen. Für selbst abgefülltes Wasser gibt es keine feste Haltbarkeit.
Die Badewanne. Ist eine Abschaltung angekündigt, füllt ihr in den Stunden davor Töpfe, Eimer und die Badewanne. Das Wasser daraus ist Brauchwasser für Toilette und Putzen, nicht zum Trinken. Vorsicht mit kleinen Kindern: Sie können schon in sehr flachem Wasser ertrinken, auch in der Badewanne. Lasst sie nie allein in die Nähe einer vollen Wanne oder offener Eimer.
Die Heizung. Im Wohnmobil hält man Frischwasser streng getrennt von allem anderen Wasser an Bord. Zu Hause gilt dasselbe. Das Wasser in Heizkörpern läuft in einem eigenen Kreislauf und ist nicht zum Trinken bestimmt. Trinkt es nicht und kocht nicht damit. Abkochen tötet Keime ab, macht solches Wasser aber nicht zu Trinkwasser.
Häufige Fehler
Kaufen, aber nie zählen. Ein Vorrat, den niemand nachprüft, schrumpft unbemerkt. Jede entnommene Flasche fehlt später.
Hygiene aus dem Trinkwasser nehmen. Dann fehlt am Ende Wasser zum Trinken. Plant Brauchwasser zusätzlich ein.
Flaschen in die Sonne oder ins Auto stellen. Wärme schadet der Qualität. PET verformt sich ab etwa 60 Grad.
Den Kasten neben Putzmittel stellen. PET kann Gerüche aus der Umgebung annehmen.
Offene Flaschen stehen lassen. Offenes Wasser bei Raumtemperatur trinkt ihr nach mehreren Tagen nicht mehr. Geöffnetes gehört verschlossen in den Kühlschrank.
Gute Flaschen wegwerfen, nur wegen des Datums. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Prüft Geruch und Geschmack.
Auf Regenwasser oder einen Filter setzen. Regenwasser ist nicht von selbst trinkbar und ersetzt keinen Vorrat. Ein Filter hilft nur gegen das, wofür er gemacht ist.
Zu kurz abkochen oder zu früh aufhören. Einmal sprudelnd aufkochen, dann mindestens 10 Minuten abkühlen lassen. Das Abkochgebot gilt, bis das Gesundheitsamt es aufhebt.
Alles auf einmal kaufen wollen. Drei Tage sind ein guter Anfang. Der Rest kommt mit den nächsten Einkäufen.
Nachzählen statt vermuten
Ein Vorrat zählt erst, wenn ihr wisst, was wirklich da ist. Nehmt euch dafür heute zehn Minuten.
Geht zu dem Platz, an dem euer Wasser steht. Zählt die Flaschen und rechnet Anzahl mal Inhalt. Angebrochene Packungen zählt ihr nur mit dem, was noch drin ist. Wasser für Hygiene und für eure Tiere zählt ihr getrennt.
Schaut dabei auch auf das Datum. Stellt die ältesten Flaschen nach vorn, damit ihr sie zuerst trinkt.
Tragt das Ergebnis danach in Klarvorrat ein. Die App vergleicht es mit eurem Bedarf und zeigt, für wie viele Tage euer Wasser reicht. Fehlt noch etwas, seht ihr, wie viel.
Zählt wieder nach, wenn ihr Flaschen genommen habt. Ändert sich bei euch etwas, etwa die Zahl der Personen, schaut kurz neu auf die Menge. Ein fester Termin hilft, zum Beispiel der Tag, an dem ihr die Rauchmelder prüft.
Mehr braucht es nicht. Ein gezählter Kasten ist mehr wert als drei vermutete.
Ein kleiner Schritt. Ein gutes Gefühl.
Sinngemäß eingeordnet. Ergänzende Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen.
„Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
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Quellen
Zum ganzen Beitrag
- BBKVorsorgen für Krisen und Katastrophen ↗, Stand: 11/2025, 2. Auflage
- UmweltbundesamtEmpfehlungen nach Trinkwasserverordnung, Anhang A.3 Abkochgebot ↗, Stand: 11.02.2026, redaktionell geändert 04/2026
- Verbraucherzentrale NiedersachsenTrinkwasservorrat ↗, Stand: 24.09.2026
- BLE ErnährungsvorsorgeSo kann Mineralwasser gelagert werden ↗
- BZfEWie lange ist Mineralwasser haltbar? ↗, Stand: 15.07.2026
- Verbraucherzentrale NiedersachsenLebensmittelvorrat: Top 5 Tipps ↗, Stand: 28.09.2026
- , Stand: 11.09.2024
- BLE ErnährungsvorsorgeHäufig gestellte Fragen, Frage 21 ↗
- Stiftung KindergesundheitNewsletter Juli 2021 ↗
- CDCAbout Choosing Home Water Filters ↗, Stand: 10.04.2024
- UmweltbundesamtTipps für eine nachhaltige Regenwassernutzung ↗, Stand: 11.07.2025
- Trinkwasserverordnung§ 12 Anzeigepflichten in Bezug auf Nichttrinkwasseranlagen ↗, Stand: 20.06.2023; abgerufene konsolidierte Fassung
- CDCCollecting Rainwater and Your Health: An Overview ↗, Stand: 23.07.2024
- CDCWater Disinfection for Travelers ↗, Stand: 23.04.2025