Szenario
Wasserausfall
Ein Rohrbruch oder ein Stromausfall, und aus dem Hahn kommt nichts mehr.
Was passiert
Wasser aus dem Hahn ist so selbstverständlich, dass man es kaum bemerkt. Fehlt es, merkt ihr es sofort. Ein Grund kann ein Rohrbruch sein, ein anderer Bauarbeiten am Netz. Geplante Arbeiten kündigen Versorger vorher an.
Wasserwerke brauchen Strom und digitale Technik. Ohne sie kann die Versorgung ausfallen, schreibt das BBK. Manche Versorger haben Notstrom für ihre Werke. Wo Pumpen den Druck für höher gelegene Straßen aufbauen, kann das Wasser trotzdem ausbleiben.
Manchmal fließt das Wasser weiter, ist aber verschmutzt. In diesem Fall spricht das Gesundheitsamt unter Umständen ein Abkochgebot aus. Auch dann hilft euch ein Vorrat.
Ohne Wasser fehlt mehr als das Trinken. Kochen, Händewaschen und die Toilette hängen daran. Das klingt nach viel, lässt sich aber gut vorbereiten. Wer einen Vorrat hat, kommt durch die ersten Tage ohne Hektik.
Wie viel Wasser ihr lagert und wie, steht im Beitrag „Wasservorrat“. Dieses Szenario zeigt den Ablauf eines Ausfalls. Es führt durch die ersten Stunden, durch längere Tage und durch die Rückkehr des Wassers.
Wasservorrat →Was schon passiert ist
Berlin, Silvester 2024
Nach einem Rohrbruch in Wedding hatten weite Teile der Stadt vorübergehend kein Wasser.
Quellen5
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
Trockene Sommer und alte Leitungen setzen die Versorgung mancherorts unter Druck. Und weil Wasserwerke Strom brauchen, hängt am Strom oft auch das Wasser.
Die ersten Stunden
Kommt kein Wasser, prüft zuerst, ob nur ihr betroffen seid. Fragt Nachbarn oder ruft die Störungsnummer eures Versorgers an. So erfahrt ihr, ob die Störung bekannt ist.
Dreht alle Wasserhähne zu. Die Stadt Wiesbaden bittet bei Unterbrechungen darum, alle Zapfstellen geschlossen zu halten. So entstehen keine Schäden, wenn das Wasser zurückkommt.
Ab jetzt zählt jede Flasche. Trinkt zuerst die angebrochenen. Trinkwasser ist zum Trinken und Kochen da, nicht für die Toilette. Sagt allen im Haushalt Bescheid, damit niemand aus Gewohnheit die Spülung drückt.
Für Toilette und Putzen genügt Brauchwasser. Das BBK führt in seiner Checkliste eigene Behälter dafür auf. Außerdem nennt es stabile Müllbeutel zum Einhängen in die Toilette und eine Campingtoilette.
Für die Hände reicht wenig Wasser mit Seife. Fehlt eine Waschmöglichkeit ganz, helfen bei sichtbarem Schmutz Reinigungstücher, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.
Plant den Tag so, dass wenig Abwasch entsteht. Ein Topf statt drei spart Wasser, das ihr später zum Trinken braucht.
Wenn es länger dauert
Dauert der Ausfall länger, teilt euren Vorrat ein. Schreibt auf, wie viel noch da ist, und rechnet mit allen im Haushalt. Kinder und Haustiere zählen mit. Spart beim Brauchwasser, nicht beim Trinken.
Achtet auf Mitteilungen von Versorger und Behörden, etwa im Radio. Dort hört ihr, ob es Ausgabestellen gibt. Schaut vor dem Weg nach, wo und wann sie geöffnet sind. Nehmt saubere Behälter mit.
Für große Notlagen hat der Bund über 5.200 Trinkwassernotbrunnen geschaffen. Die meisten stehen direkt in Wohngebieten von Großstädten. Das Wasser gebt ihr dort in mitgebrachte Behälter ab. Den Vorrat im Haushalt ersetzen sie nicht.
Gilt ein Abkochgebot, informieren Versorger und örtliche Medien darüber. Kocht dann alles Wasser zum Trinken und Zähneputzen ab. Kleine Kinder sowie kranke und immungeschwächte Menschen waschen sich ebenfalls mit abgekochtem, abgekühltem Wasser. Wie das geht, steht im Beitrag „Wasservorrat“. Das Gebot gilt, bis das Gesundheitsamt es aufhebt.
Das Umweltbundesamt bittet, auch die Nachbarn zu informieren. So kommt die Nachricht bei allen an. Fragt ältere Menschen, ob ihr beim Tragen helfen könnt.
Wasservorrat →Was ihr vorher tun könnt
Das BBK rechnet mit 2 Litern Trinkwasser pro Person und Tag. Davon ist ein halber Liter zum Kochen gedacht. Als Ziel nennt es möglichst 10 Tage, schon 3 Tage helfen sehr.
Plant Wasser für eure Haustiere mit ein, das BBK erinnert ausdrücklich daran. Wasser für Toilette und Putzen kommt zusätzlich dazu. Ein Behälter für Brauchwasser steht in der Checkliste des BBK. Dort stehen auch Müllbeutel, Feuchttücher und Seife.
Ist eine Abschaltung angekündigt, füllt in den Stunden davor Töpfe, Eimer und die Badewanne. Das Wasser daraus nutzt ihr für Toilette und Putzen. Auch die Stadt Wiesbaden rät, vorab abzufüllen, was ihr braucht.
Schreibt die Nummer eurer Stadtwerke oder eures Wasserversorgers auf Papier. Das BBK nennt sie in seiner Liste wichtiger Rufnummern. Bei einem Stromausfall kommt ihr sonst vielleicht nicht an die Nummer im Handy.
Wisst ihr, wo der Haupthahn für eure Wohnung sitzt? Schaut einmal nach, solange alles läuft. Stellt den Vorrat so, dass ihr ihn auch im Dunkeln findet. Mit dem Wasserrechner seht ihr, wie viele Flaschen euch noch fehlen.
Zum Wasserrechner →Wenn das Wasser zurückkommt
Kommt das Wasser zurück, kann es erst trüb oder verfärbt aus dem Hahn fließen. Die Stadt Wiesbaden nennt das unbedenklich. Lasst das Wasser so lange laufen, bis es klar ist.
Öffnet die Hähne nacheinander und langsam. Am Anfang kann Luft in der Leitung stottern. Startet Waschmaschine und Spülmaschine erst, wenn das Wasser klar läuft.
Galt ein Abkochgebot, gilt es weiter, bis das Gesundheitsamt es aufhebt. Die Aufhebung erfahrt ihr über euren Versorger und die örtlichen Medien. Kocht bis dahin weiter ab.
Bleibt das Wasser trüb oder riecht es ungewohnt, meldet euch bei eurem Versorger. Trinkt es bis dahin nicht. Spült Eimer und Kanister aus und lasst sie trocknen, bevor ihr sie wegstellt.
Füllt danach euren Vorrat wieder auf. Zählt, was ihr verbraucht habt, und ergänzt es beim nächsten Einkauf. Schreibt auf, was euch gefehlt hat, etwa ein Eimer oder Müllbeutel. So seid ihr beim nächsten Mal besser vorbereitet. Ein Ausfall zeigt oft besser als jede Liste, was ihr wirklich braucht.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Die Waschschüssel. Beim Campen wäscht man sich aus einer Schüssel statt am laufenden Hahn. Zu Hause reicht so eine Schüssel mit Seife für mehrere Hände. Danach taugt das Wasser noch für die Toilette.
Der Becher. Auf Tour putzt man die Zähne mit einem Becher Wasser. Ein Becher reicht meist für Zähne und Mund. Das spart viel. Bei einem Abkochgebot nehmt ihr dafür abgekochtes Wasser.
Die eigene Flasche. Unterwegs hat jede Person ihre Trinkflasche, mit Namen darauf. Zu Hause seht ihr so, wie viel jeder schon getrunken hat. Füllt sie aus dem Vorrat nach.
Wasser zweimal nutzen. Wasser vom Abwasch oder vom Gemüsewaschen spült noch die Toilette. Stellt dafür einen Eimer neben die Spüle.
Getrennt halten. Im Wohnmobil hält man Frischwasser streng getrennt. Zu Hause gilt das auch. Brauchwasser ist nie Trinkwasser. Beschriftet die Eimer, damit niemand sie verwechselt. Stellt sie an einen anderen Platz als den Vorrat.
Häufige Fehler
Die Hähne offen lassen. Kommt das Wasser zurück, läuft es unbemerkt ins Becken oder auf den Boden. Dreht alle Zapfstellen zu.
Trinkwasser in die Toilette kippen. Dann fehlt es später zum Trinken. Nehmt Brauchwasser aus Eimer oder Badewanne.
Trübes Wasser gleich nutzen. Lasst es erst laufen, bis es klar ist. Startet auch Waschmaschine und Spülmaschine erst danach.
Das Abkochgebot zu früh beenden. Es gilt, bis das Gesundheitsamt es aufhebt, auch wenn das Wasser klar aussieht.
Die Nummer nur im Handy haben. Ohne Strom oder Netz kommt ihr nicht heran. Schreibt sie auf Papier.
Die Nachbarn nicht informieren. Nicht alle bekommen jede Nachricht, gerade ältere Menschen ohne Handy. Sagt weiter, was ihr wisst.
Ohne Behälter zur Ausgabestelle gehen. Dort füllt ihr in mitgebrachte Gefäße ab. Nehmt saubere Kanister oder Flaschen mit, die ihr tragen könnt.
Alles auf einmal kaufen wollen. Drei Tage Vorrat sind ein guter Anfang. Den Rest ergänzt ihr nach und nach beim Einkaufen.
Euer Schritt
Ein Wasservorrat hilft nur, wenn ihr wisst, was da ist. Nehmt euch dafür heute zehn Minuten.
Zählt eure Flaschen und rechnet Anzahl mal Inhalt. Vergleicht das Ergebnis mit dem Wasserrechner. Er zeigt, für wie viele Tage euer Wasser reicht. Schaut dabei aufs Datum und stellt die ältesten Flaschen nach vorn. Kinder helfen gern beim Zählen.
Stellt dann einen Eimer oder Kanister für Brauchwasser bereit. Legt stabile Müllbeutel dazu. Beides braucht wenig Platz und hilft am ersten Tag.
Sprecht im Haushalt kurz ab, was ihr bei einem Ausfall tut. Wer dreht die Hähne zu, und wer fragt bei den Nachbarn nach?
Schreibt die Nummer eures Versorgers auf die Notfallkarte. Fragt beim nächsten Treffen eure Nachbarn, ob sie Hilfe beim Tragen bräuchten.
Nehmt ihr Flaschen heraus, zählt danach kurz neu. So stimmt die Zahl in der App mit dem Regal überein.
Mehr braucht es für heute nicht. Den Rest ergänzt ihr Schritt für Schritt beim Einkauf.
Was ihr braucht
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Jede Seite nennt ihre Quellen. Eigene Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen. „Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
Quellen
Seite 2 · Was passiert
- Landeshauptstadt WiesbadenUnterbrechung der Wasserversorgung, 01.10.2025 ↗
- UmweltbundesamtEmpfehlung Abkochgebot, Stand 11.02.2026, S. 92–95 ↗
Seite 3 · Was schon passiert ist
Zurück: Berlin, Silvester 2024Seite 4 · Die ersten Stunden
- BIÖG, infektionsschutz.deHändewaschen ↗
Quellen3
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Quellen4
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Zurück: Seite 6 · Was ihr vorher tun könntSeite 7 · Wenn das Wasser zurückkommt
Zurück: Seite 7 · Wenn das Wasser zurückkommtSeite 8 · Aus der Praxis
Quellen4
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