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Essen ohne Kochen
Ihr könnt 3 Tage essen, ohne Herd und Kühlschrank.
Kurz beantwortet
Für wie viele Tage sollte man einen Notvorrat haben?
Das BBK rät zu einem Vorrat für möglichst 10 Tage. Schon 3 Tage helfen sehr, und ihr könnt Schritt für Schritt aufbauen.
Wie oft muss man den Notvorrat austauschen?
Nehmt im Alltag die älteste Packung zuerst und kauft nach, was ihr verbraucht. Die Verbraucherzentrale rät, Vorräte zwei- bis dreimal im Jahr durchzusehen.
Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Lebensmittelvorrat. Ausführlich auf Seite 7
Was isst man bei Stromausfall, ohne zu kochen?
Was ohne Herd und Kühlung auskommt, etwa Trockenfrüchte, Nüsse, Zwieback, Müsliriegel und Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch. Linsen und Bohnen aus Dose oder Glas sind schon gegart.
Quellen: BBK, Essen und Trinken bevorraten; BZfE, Hülsenfrüchte. Ausführlich auf Seite 3
Wie kann man ohne Strom kochen?
Ein Gasherd lässt sich oft weiter nutzen, schreibt das BBK. Drinnen eignen sich ein Stövchen, ein Fondue mit Brennpaste oder ein Gaskocher, der für Innenräume zugelassen ist.
Darf man mit einem Camping-Gaskocher in der Wohnung kochen?
Nein, Campingkocher mit Gaskartusche gehören laut BBK ins Freie, auch bei offenem Fenster. Drinnen kommt nur ein Gaskocher infrage, der für Innenräume zugelassen ist.
Eure Mahlzeiten als Ausgangspunkt
Im Bild
Aus dem Vorratsschrank wird erst eine Speisekarte, wenn die Gerichte ohne Herd und Kühlschrank auskommen. Brot, Nüsse, Trockenobst und verzehrfertige Konserven können passen, trockene Nudeln allein nicht. Geht Frühstück, Mittag- und Abendessen durch und prüft, was ihr davon direkt essen könnt.
Genauer
Fällt der Strom aus, stehen Herd und Kühlschrank still. Dann zählt, was ihr ohne beides essen könnt. Das BBK rät zu einem Vorrat für möglichst 10 Tage. Ein Vorrat für 3 Tage hilft aber schon sehr. Darauf könnt ihr Schritt für Schritt aufbauen.
Das BBK nennt drei Merkmale für einen guten Vorrat. Er hält ohne Kühlung und verdirbt deshalb bei einem Stromausfall nicht. Er ist fertig und lässt sich ohne Herd essen. Oder er braucht nur eine kurze Kochzeit und damit wenig Brennstoff.
Geht eure Mahlzeiten einmal in Gedanken durch: Frühstück, Mittag, Abend. Was davon könntet ihr direkt essen? Euer Alltag ist dabei der beste Maßstab, schreibt das BBK. Nehmt, was ihr mögt und vertragt. Sonst landet der Vorrat am Ende im Müll.
Denkt an alle im Haushalt. Achtet auf Allergien und auf das, was Kinder gern essen. Plant auch Futter für eure Haustiere ein. Wer wegen einer Krankheit auf die Ernährung achten muss, stimmt den Vorrat mit der Arztpraxis ab.
Packungen ohne Herd prüfen
Auf vielen Packungen steht, ob etwas gekocht werden muss. Schaut genau hin, bevor ihr etwas für den Vorrat kauft. Trockene Nudeln, Reis und Mehl helfen ohne Herd nicht weiter. Sie sind trotzdem gut für Tage, an denen ihr kochen könnt.
Das BBK nennt Beispiele, die sich gut eignen. Dazu gehören Trockenfrüchte, Nüsse, Zwieback und Müsliriegel. Ebenso Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch und Trockenwurst. Linsen und Bohnen aus Dose oder Glas sind schon gegart, schreibt das BZfE. Ihr könnt sie direkt essen.
Schaut auch auf den Hinweis für die Zeit nach dem Öffnen. Steht dort, dass etwas gekühlt werden muss, wählt lieber eine Größe, die auf einmal leer wird. Reste füllt ihr in ein Gefäß mit Deckel um.
Für Dosen braucht ihr einen Öffner, der ohne Strom funktioniert. Das BBK führt Taschenmesser und Dosenöffner im Notgepäck auf. Ein einfacher Öffner aus der Küchenschublade reicht. Probiert ihn einmal aus, bevor ihr ihn braucht.
Was in den Vorrat passt
Eine feste Einkaufsliste gibt das BBK nicht vor. Für Beispielmengen verweist es auf den Vorratskalkulator der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, kurz BLE. Dort findet ihr Tabellen für eine Person und 10 Tage. Ihr könnt sie auf euren Haushalt umrechnen lassen.
Die BLE ordnet den Vorrat in Gruppen. Dazu gehören Getreide, Brot und Kartoffeln, dann Gemüse und Obst. Es folgen Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch sowie Fette und Öl. Für eine vegetarische Ernährung gibt es eine eigene Tabelle.
Tiefkühlware fehlt in diesen Beispielen bewusst, schreibt die BLE. Bei einem Stromausfall taut sie auf. Wählt deshalb Lebensmittel, die ohne Kühlung lange halten. Lagert sie kühl, dunkel und trocken, so rät es die Verbraucherzentrale.
Ihr müsst nicht jede Gruppe sofort füllen. Fangt mit dem an, was ihr ohnehin oft esst. Mit jedem Einkauf kommt ein wenig dazu. Im Check von Klarvorrat seht ihr, was euch für 3 und für 10 Tage noch fehlt.
Wenn der Kühlschrank ausfällt
Fällt der Strom aus, lasst Kühlschrank und Gefriergerät möglichst geschlossen. So bleibt die Kälte länger drin. Ein Kühlschrank hält sie je nach Füllung etwa 4 bis 6 Stunden, schreibt die Verbraucherzentrale. Ein geschlossenes Gefriergerät schafft oft bis zu 48 Stunden.
Esst zuerst, was leicht verdirbt, und erst danach den haltbaren Vorrat. Milchprodukte, Fleisch, Fisch und fertige Salate kommen zuerst an die Reihe. Wie kalt ein Lebensmittel bleiben muss, steht auf der Packung, schreibt das BfR. Für Hackfleisch nennt es höchstens 2 Grad, für den Kühlschrank höchstens 7 Grad. Ein Thermometer im Kühlschrank zeigt euch, wie kalt es noch ist.
Seid bei Unsicherheit vorsichtig. Ob etwas noch gut ist, hängt davon ab, wie warm es geworden ist. Geruch und Aussehen sind dabei kein sicherer Beweis. Mehr dazu steht im Beitrag zum Stromausfall.
Kalt essbare Vorräte machen solche Stunden leichter. Aus Brot, Nüssen, Obst und angebrochenen Konserven wird schnell eine kalte Mahlzeit. Die Verbraucherzentrale nennt etwa Salate, Müsli, Wraps und belegte Brote.
Bei angetauter Tiefkühlware kommt es auf die Art an, schreibt das BfR. Gegartes und rohes Pflanzliches könnt ihr wieder einfrieren oder gekühlt bald verbrauchen. Rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch erhitzt ihr zuerst vollständig. Aufgetautes Speiseeis werft ihr weg.
Wenn der Strom weg ist →Warm essen ohne Strom
Eine warme Mahlzeit tut gut, ist aber kein Muss. Wer kochen möchte, braucht ein sicheres Gerät. Ein Gasherd lässt sich oft weiter nutzen, schreibt das BBK. Ein Elektroherd bleibt ohne Strom kalt.
Drinnen kommt nur infrage, was dafür gedacht ist. Das BBK nennt ein Stövchen mit Teelicht, etwa für eine Fertigsuppe. Dazu ein Fondue-Set mit Brennpaste für kleine Mengen. Ein Gaskocher eignet sich nur, wenn er für Innenräume zugelassen ist.
Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- und Holzkohlegrills gehören ins Freie. Drinnen droht Kohlenmonoxid, ein Gas, das ihr weder riecht noch seht. Ein offenes Fenster macht ein ungeeignetes Gerät nicht sicher. Das BBK empfiehlt einen geprüften Kohlenmonoxid-Melder.
Plant deshalb so, dass ihr kaum kochen müsst. Gerichte mit kurzer Kochzeit sparen Brennstoff, rät das BBK. Linsen oder Bohnen aus der Dose sind schon gegart. Ihr könnt sie kalt essen oder nur kurz erwärmen.
Prüft vorher, ob Teelichter, Brennpaste oder passende Kartuschen im Haus sind. Bewahrt sie so auf, dass Kinder nicht herankommen. Lest die Anleitung, solange es hell und ruhig ist.
Vorhandenes im Alltag nutzen
Ein Vorrat bleibt frisch, wenn ihr ihn im Alltag mitesst. Nehmt die älteste Packung zuerst und stellt neue nach hinten. Was ihr verbraucht, kauft ihr beim nächsten Einkauf nach. So kostet der Vorrat kaum zusätzlich, und nichts läuft ab.
Die Verbraucherzentrale rät, Vorräte zwei- bis dreimal im Jahr durchzusehen. Für einen Vorrat, den ihr nicht im Alltag nutzt, nennt das BBK etwa einmal im Jahr. Ein fester Termin hilft dabei.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Viele Lebensmittel sind danach noch gut. Prüft dann Aussehen, Geruch und Geschmack. Anders ist es beim Verbrauchsdatum mit „zu verbrauchen bis“. Danach esst ihr das Lebensmittel nicht mehr.
Aufgeblähte Dosen sind verdorben, schreibt die Verbraucherzentrale. Entsorgt sie ungeöffnet, rät das BfR, denn der Inhalt kann herausspritzen. Auch stark verbeulte Dosen esst ihr nicht mehr.
Schreibt das früheste Datum außen auf Kiste oder Regal. So seht ihr beim Vorbeigehen, was als Nächstes dran ist. Was ihr nicht mögt, verschenkt ihr rechtzeitig, statt es ablaufen zu lassen.
Vorräte richtig lagern →Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Der Tagesbeutel. Auf Wanderungen packt man Proviant oft nach Tagen. Zu Hause geht das auch: eine Kiste für einen Tag, mit Frühstück, Mittag und Abend. Schreibt den Tag außen drauf. So seht ihr auf einen Blick, wie viele Tage ihr schon habt.
Die kalte Küche. Beim Zelten kocht man selten aufwendig. Belegte Brote, Wraps und Salate aus Dose und Glas reichen oft. Linsen und Kichererbsen aus der Konserve sind fertig gegart. Sie schmecken kalt wie warm.
Die Kühlbox. Gut gefüllt und selten geöffnet, hält sie eine Weile kühl. Kühlakkus aus dem Gefrierfach helfen zusätzlich. Was gekühlt werden muss, esst ihr trotzdem bald.
Der Kocher. Campingkocher und Grill bleiben auch zu Hause draußen. Sie gehören nie in Wohnung, Keller oder Garage, auch nicht bei offenem Fenster.
Die eigene Dose. Auf Touren hat jeder seine eigene Dose mit Proviant. Zu Hause hilft das, wenn Kinder mitessen. Jeder sieht, was für ihn da ist.
Häufige Fehler
Nur Zutaten bevorraten. Nudeln, Reis und Mehl brauchen einen Herd. Ohne Strom bleiben sie im Schrank.
Kaufen, was niemand mag. Ein Vorrat, den ihr nicht esst, verdirbt am Ende. Nehmt, was ihr ohnehin gern esst.
Den Dosenöffner vergessen. Ohne Öffner bleibt die Konserve zu. Legt einen Öffner ohne Strom dazu.
Den Kühlschrank ständig öffnen. Jedes Öffnen lässt Kälte hinaus. Nehmt heraus, was ihr braucht, auf einmal.
Drinnen grillen oder mit dem Campingkocher kochen. Dabei entsteht Kohlenmonoxid. Beides gehört nach draußen.
Gute Lebensmittel nur wegen des Datums wegwerfen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Prüft lieber selbst.
Aufgeblähte Dosen öffnen. Sie sind verdorben. Entsorgt sie ungeöffnet.
Das Wasser vergessen. Auch fertiges Essen braucht etwas zum Trinken. Das BBK rechnet mit 2 Litern pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen.
Nur für sich selbst planen. Kinder, Gäste und Tiere essen mit. Rechnet alle im Haushalt ein.
Alles auf einmal kaufen wollen. Drei Tage sind ein guter Anfang. Der Rest kommt mit den nächsten Einkäufen.
Drei Tage durchspielen
Ein Vorrat überzeugt erst, wenn ihr ihn einmal durchdenkt. Nehmt euch heute eine Viertelstunde und geht an euren Vorratsschrank.
Legt für jeden der ersten drei Tage drei Mahlzeiten fest. Was davon könnt ihr ohne Herd und Kühlschrank essen? Was fehlt, schreibt ihr auf einen Zettel. Denkt dabei an alle im Haushalt, auch an Kinder und Tiere.
Schaut gleich mit nach dem Dosenöffner. Prüft die Daten und stellt Älteres nach vorn. Was bald abläuft, kommt diese Woche auf den Tisch.
Danach prüft ihr euren Essensvorrat im Check von Klarvorrat. Er zeigt euch, was für 3 und für 10 Tage noch fehlt. Ergänzt das beim nächsten Einkauf, ganz ohne Großeinkauf.
Drei Tage sind ein guter Anfang. Wenn sie stehen, wächst der Vorrat mit jedem Einkauf weiter.
Probiert dabei ruhig eine Mahlzeit aus. Esst einmal ein kaltes Abendessen nur aus dem Vorrat. Dann wisst ihr, ob es schmeckt und satt macht. Was niemand mochte, tauscht ihr beim nächsten Einkauf aus.
Ein kleiner Schritt. Ein gutes Gefühl.
Sinngemäß eingeordnet. Ergänzende Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen.
„Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
Zuletzt geprüft am
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Quellen
Zum ganzen Beitrag
- BBKVorsorgen für Krisen und Katastrophen ↗, Stand: 11/2025, 2. Auflage
- BLE ErnährungsvorsorgeNotvorrat ↗
- BLE ErnährungsvorsorgeVorratstabelle ↗
- BLE ErnährungsvorsorgeAllgemeine Empfehlungen ↗
- BfRFragen und Antworten zu Botulismus ↗, Stand: 12.11.2025
- BZfEMindesthaltbarkeitsdatum (Einfache Sprache) ↗, Stand: 05.12.2019
- Verbraucherzentrale NiedersachsenLebensmittelvorrat: Top 5 Tipps ↗, Stand: 28.09.2026
- Verbraucherzentrale NiedersachsenLebensmittelvorrat für Zuhause ↗, Stand: 04.06.2026
- VerbraucherzentraleKonserven: Haltbarkeit und Lagerung ↗, Stand: 03.12.2025
- Verbraucherzentrale NiedersachsenVerpflegung bei Stromausfall ↗, Stand: 04.08.2026
- BZfEHow-to: Hülsenfrüchte ↗, Stand: 31.03.2025
- Landesfeuerwehrverband BayernHeizen: so nicht! ↗, Stand: 14.10.2022
- VerbraucherzentraleLebensmittel ↗
- BfRKorrektes Kühlen von Lebensmitteln im Privathaushalt ↗, Stand: 13.02.2023