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Wenn der Strom weg ist
Ihr kennt die Grundlagen für Licht, Wärme, Kühlvorräte und sichere Ersatzlösungen.
Kurz beantwortet
Wie lange bleibt der Kühlschrank bei Stromausfall kalt?
Geschlossen etwa 4 bis 6 Stunden, je nach Füllung und Isolierung, schreibt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Öffnet ihn so selten wie möglich und esst leicht Verderbliches zuerst.
Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Verpflegung bei Stromausfall. Ausführlich auf Seite 5
Wie lange hält der Gefrierschrank bei Stromausfall?
Ein geschlossenes Gefriergerät hält oft bis zu 48 Stunden, besonders wenn es voll ist, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Öffnet es in den ersten Stunden möglichst nicht.
Quellen: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Verpflegung bei Stromausfall; BfR, Korrektes Kühlen im Privathaushalt. Ausführlich auf Seite 5
Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland normalerweise?
Meist nur kurz: 2024 fiel der Strom laut Bundesnetzagentur je Kunde im Schnitt 11,7 Minuten im ganzen Jahr aus. In Notlagen kann ein Ausfall laut BBK aber auch Tage dauern.
Quellen: Bundesnetzagentur, Versorgungsunterbrechungen Strom 2024; Verbraucherzentrale, Was tun bei Stromausfall; BBK, Vorsorge und Handeln bei Stromausfall. Ausführlich auf Seite 4
Wie heizt man ohne Strom in Innenräumen?
Das BBK rät: einen Raum nutzen, Türen und Fenster schließen, regelmäßig kurz lüften und warm anziehen. Ein Heizgerät ohne Strom nutzt ihr drinnen nur, wenn es ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist.
Quellen: BBK-Ratgeber 2025, S. 23; BBK, Vorsorge und Handeln bei Stromausfall. Ausführlich auf Seite 6
Brauche ich einen Kohlenmonoxid-Melder?
Das BBK empfiehlt geprüfte Kohlenmonoxid-Melder und führt sie in seiner Checkliste beim Brandschutz. Das Gas selbst könnt ihr weder riechen noch sehen.
Quellen: BBK-Ratgeber 2025, S. 22 und 35; Landesfeuerwehrverband Bayern, Heizen: so nicht!. Ausführlich auf Seite 7
Licht und Wärme erreichbar halten
Im Bild
Ohne Strom steht der Haushalt wie eine Uhr ohne Batterie: Licht und Kühlschrank gehen aus, die Heizung kann folgen. Taschenlampe, warme Kleidung und kalt essbare Vorräte lösen vieles ohne offene Flamme. Grill und Campingkocher nutzt ihr nur im Freien, drinnen nur ausdrücklich für Innenräume zugelassene Geräte.
Genauer
Bei einem Stromausfall helfen euch drei Dinge: eine Taschenlampe mit passenden Ersatzbatterien, ein Radio ohne Steckdose und eine geladene Powerbank. Fällt auch die Heizung aus, wärmen Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Das alles steht in der Checkliste des BBK.
Ohne Strom gehen zuerst Licht und Kühlschrank aus. Die Heizung kann folgen, auch Telefon und Internet können gestört sein. Wer dann im Dunkeln sucht, findet wenig.
Legt das Licht deshalb an einen festen Platz. Das Land Niedersachsen rät zu einem kleinen Karton mit mehreren Taschenlampen und Ersatzbatterien. Das Innenministerium NRW nennt eine griffbereite Taschenlampe neben dem Bett. Sagt allen im Haushalt, wo beides liegt, auch den Kindern.
Haltet Akkus und Powerbank geladen. Das BBK nennt auch ein Ladegerät mit Solarzelle. Prüft beim Batteriekauf, welche Größe eure Lampe braucht, und schreibt sie auf den Karton.
Denkt auch an die Wege in der Wohnung. Treppe, Flur und Bad sind im Dunkeln schwierig. Eine Lampe im Flur hilft allen, die nachts aufstehen. Kinder bekommen am besten eine eigene kleine Lampe.
Taschenlampe statt Kerze
Bei Stromausfällen entstehen leicht Brände durch Kerzen, warnt die Feuerwehr Köln. Sie rät, besser Taschenlampen als Lichtquellen zu nutzen. Auch das BBK schreibt, dass offene Flammen bei falschem Umgang die Brandgefahr erhöhen. Eine Taschenlampe könnt ihr mitnehmen und auch Kindern in die Hand geben.
Eine Lampe mit Handkurbel kann hilfreich sein, schreibt das BBK. Sie braucht keine Batterien. Eine Idee, keine Regel: eine Taschenlampe für jede Person im Haushalt.
Kerzen und Feuerzeug stehen trotzdem in der Checkliste des BBK. Wenn ihr Kerzen nutzt, dann mit Vorsicht. Stellt sie in einen standfesten, nicht brennbaren Halter. Lasst sie nie unbeaufsichtigt brennen. Lüftet regelmäßig, damit genug Sauerstoff im Raum bleibt.
Bewahrt Streichhölzer und Feuerzeuge so auf, dass Kinder nicht herankommen. Das BBK rät außerdem zu Rauchmeldern in jedem Wohnraum. Prüft sie gleich mit, wenn ihr die Lampen zählt.
Teelichter gehören nie auf eine Unterlage, die brennen kann, warnt die Feuerwehr Nürnberg. Haltet Abstand zu Vorhängen, Papier und Decken.
Die ersten Minuten
Schaltet gleich zu Beginn alle Geräte aus, die Wärme machen. Das BBK nennt Herd, Ofen, Bügeleisen, Wasserkocher und Heizlüfter. Sonst laufen sie unbemerkt weiter, wenn der Strom zurückkommt. Das kann einen Brand auslösen.
Das Bezirksamt Berlin-Spandau rät, nur eine Lampe eingeschaltet zu lassen. So merkt ihr, wann der Strom wieder da ist. Kommt er zurück, prüft ihr zuerst Heizung, Kühlgeräte und medizinische Geräte. Den Rest schaltet ihr nach und nach ein.
Telefoniert nur, wenn es nötig ist. Festnetz und Mobilfunk sind bei einem Stromausfall oft nach kurzer Zeit gestört. Ein Stromausfall allein ist kein Notfall, schreibt das BBK. Ruft 110 oder 112 nur, wenn wirklich Hilfe nötig ist.
Denkt an alles, was im Haus Strom braucht. Aufzüge bleiben stehen, sagt die Hamburger Innenbehörde. Viele Heizungen laufen nicht, weil Steuerung und Pumpe ausfallen. Fragt bei Nachbarn nach, die allein leben oder Hilfe brauchen.
Wenn ihr zum Sicherungskasten oder in den Keller geht, nehmt eine Taschenlampe mit. Mit einer Kerze in der Hand seht ihr wenig und habt keine Hand frei.
Kühlschrank und Vorrat getrennt betrachten
Lasst Kühlschrank und Gefriergerät möglichst zu. Ein gut gefülltes Gefriergerät hält das Gefriergut über viele Stunden kalt, schreibt das BfR. Das gilt, wenn ihr es zumindest in den ersten Stunden nicht öffnet.
Ob Lebensmittel danach noch gut sind, hängt davon ab, wie warm sie geworden sind. Nutzt ein Thermometer und die Lagerhinweise des jeweiligen Lebensmittels. Bei leicht Verderblichem mit unklarer Kühlung sind Geruch oder Durchgaren kein sicherer Beweis.
Esst zuerst, was leicht verdirbt, und erst danach den haltbaren Vorrat. Die Verbraucherzentrale nennt Milchprodukte, Fleisch, Fisch und fertige Salate. Wie kalt ein Lebensmittel bleiben muss, steht auf der Packung, schreibt das BfR. Für Hackfleisch nennt es höchstens 2 Grad, für den Kühlschrank höchstens 7 Grad.
Bei angetauter Tiefkühlware kommt es auf die Art an, schreibt das BfR. Gegartes und rohes Pflanzliches könnt ihr wieder einfrieren oder gekühlt bald verbrauchen. Rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch erhitzt ihr zuerst vollständig. Aufgetautes Speiseeis werft ihr weg.
Notiert bei einem längeren Ausfall, wann der Strom weg war. So wisst ihr später, wie lange die Geräte ohne Strom waren. Nach der Rückkehr prüft ihr mit dem Thermometer, wie kalt es noch ist.
Kalt essbare Vorräte machen diese Stunden leichter. Was ohne Herd und Kühlschrank geht, steht im Beitrag „Essen ohne Kochen“.
Essen ohne Kochen →Wärme ohne Heizung
Fällt im Winter die Heizung aus, kühlt die Wohnung langsam ab. Das BBK rät, sich möglichst in einem Raum aufzuhalten. Haltet Türen und Fenster geschlossen. Lüftet trotzdem regelmäßig kurz, damit die Luft frisch bleibt.
Wärme kommt zuerst von innen und von der Kleidung. Zieht mehrere Schichten an, auch Mütze und Socken. Decken und Schlafsäcke stehen in der Checkliste des BBK.
Ein Heizgerät ohne Strom nutzt ihr drinnen nur, wenn es ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist. Haltet euch genau an die Anleitung. Bei Zweifeln lasst es aus. Mehr zu kalten Tagen steht im eigenen Beitrag.
Ein Stromerzeuger gehört nie in Innenräume, schreibt das BBK. Seine Abgase können ersticken. Er braucht einen gut belüfteten, trockenen Platz im Freien.
Für ein solches Heizgerät führt das BBK auch Brennstoffe in der Checkliste auf. Kauft nur, was zu eurem Gerät passt, und lagert es nach Anleitung. Wer wegen einer Krankheit auf Wärme angewiesen ist, klärt mit der Arztpraxis, was zu tun ist.
Kälte und Heizungsausfall →Kohlenmonoxid vermeiden
Grill und Campingkocher mit Gaskartusche gehören nach draußen, nicht in Keller oder Garage. Drinnen kommt nur infrage, was dafür gedacht ist. Das BBK nennt ein Stövchen, ein Fondue mit Brennpaste oder einen Gaskocher für Innenräume. Ein offenes Fenster macht ein ungeeignetes Gerät nicht sicher.
Kohlenmonoxid könnt ihr weder riechen noch sehen noch schmecken. Kopfschmerzen, Schwindel oder große Müdigkeit können darauf hinweisen. Die ersten Anzeichen sehen leicht aus wie eine Erkältung.
Bei Verdacht auf Kohlenmonoxid oder einem CO-Alarm geht ihr alle sofort nach draußen und ruft dort 112. Geht nicht zurück ins Haus. Öffnet auf dem Weg nach draußen Fenster und Türen, wenn das schnell geht.
Das BBK empfiehlt geprüfte Kohlenmonoxid-Melder. Sie stehen in seiner Checkliste beim Brandschutz. Nur ein Melder warnt euch zuverlässig, bevor ihr etwas merkt.
Das Innenministerium Baden-Württemberg warnt ausdrücklich davor, mit Holzkohle in Innenräumen zu grillen oder zu heizen. Holzkohle gehört nie in die Wohnung.
Prüft den Melder regelmäßig mit seiner Testtaste.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Die Stirnlampe. Im Zelt hat man gern beide Hände frei. Zu Hause hilft das genauso, beim Kochen, im Keller oder am Sicherungskasten. Eine Stirnlampe je Person spart das Suchen.
Die Laterne aus der Flasche. Legt eine Stirnlampe so um eine gefüllte, helle Wasserflasche, dass sie hineinleuchtet. Das Wasser verteilt das Licht im Raum. So wird aus einem Lichtkegel eine kleine Laterne, ganz ohne Flamme.
Das Licht am Abend. Beim Campen legt man die Lampe vor der Dämmerung bereit. Zu Hause gilt dasselbe: Bei einem längeren Ausfall stellt ihr Lampen hin, solange es noch hell ist. Dann sucht niemand im Dunkeln.
Die Kerze im Zelt. Draußen verzichtet man im Zelt auf offene Flammen. Drinnen gilt die gleiche Vorsicht: lieber Lampe als Kerze, und keine Flamme ohne Aufsicht.
Das rote Licht. Manche Stirnlampen haben ein rotes Licht. Es blendet weniger, wenn andere schon schlafen.
Häufige Fehler
Die Taschenlampe ohne Batterien. Eine Lampe ohne passende Ersatzbatterien hilft nicht lange. Legt beides zusammen.
Licht an wechselnden Orten. Wer im Dunkeln sucht, stolpert leicht. Gebt dem Licht einen festen Platz.
Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen. Bei Stromausfällen entstehen dadurch leicht Brände. Nehmt lieber eine Taschenlampe.
Den Kühlschrank oft öffnen. Jedes Öffnen lässt Kälte hinaus. Holt heraus, was ihr braucht, auf einmal.
Drinnen grillen oder heizen mit ungeeigneten Geräten. Dabei entsteht Kohlenmonoxid. Ein offenes Fenster hilft nicht.
Geräte eingeschaltet lassen. Wärmegeräte laufen sonst weiter, wenn der Strom zurückkommt. Schaltet sie gleich aus.
Wegen des Stromausfalls 112 wählen. Ein Stromausfall allein ist kein Notfall. Die Leitungen braucht ihr für echte Notfälle.
Die Powerbank leer lassen. Ohne Ladung hilft sie nicht. Ladet sie alle paar Monate auf.
Den Stromerzeuger drinnen betreiben. Seine Abgase können ersticken. Er gehört ins Freie.
Nicht nach Nachbarn schauen. Wer allein lebt, braucht vielleicht Hilfe. Klingelt kurz.
Den Kühlschrank zu schnell ausräumen. Geschlossen bleibt er länger kalt. Wartet ab und prüft mit dem Thermometer.
Üben ohne Risiko
Am besten lernt ihr euren Vorrat kennen, wenn ihr ihn einmal ausprobiert. Nehmt euch dafür einen ruhigen Abend vor, an dem nichts drängt.
Beim Probelauf bleibt der Strom an. Sicherungen, Kühlschrank und medizinische Geräte lasst ihr in Ruhe. Ihr macht nur das Licht aus und nutzt, was ihr bereitgelegt habt.
Holt die Taschenlampen aus ihrem Platz. Leuchten alle? Passen die Ersatzbatterien? Hört ihr den Regionalsender im Radio? Esst etwas, das ohne Herd geht.
Schreibt auf, was gefehlt hat oder unpraktisch war. Vielleicht fehlt eine zweite Lampe, oder der Dosenöffner war nicht zu finden. Ergänzt das beim nächsten Einkauf.
Ein Abend reicht. Danach wisst ihr, was ihr habt und wo es liegt. Das ist die beste Vorbereitung auf einen echten Ausfall.
Bezieht alle im Haushalt ein, auch die Kinder. Für sie kann ein Abend mit Taschenlampe ein kleines Abenteuer sein. Erklärt dabei ruhig, warum ihr übt. Legt danach alles an seinen festen Platz zurück.
Ein kleiner Schritt. Ein gutes Gefühl.
Sinngemäß eingeordnet. Ergänzende Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen.
„Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
„Aus aller Welt“ nennt die Stelle des jeweiligen Landes; Mengen gelten nach BBK.
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Quellen
Zum ganzen Beitrag
- BBKStromausfall: Vorsorge und Selbsthilfe ↗, Stand: Ausgabe 4, 2026
- BBKVorsorgen für Krisen und Katastrophen ↗, Stand: 11/2025, 2. Auflage
- Landesportal NiedersachsenNotfallmonitor: Wenn der Strom ausfällt ↗
- Innenministerium NRWSelbstschutztipps für den Katastrophenfall ↗, Stand: 09/2025
- Stadt Köln, BerufsfeuerwehrStromausfall? Hinweise für einen langanhaltenden Ausfall ↗, Stand: 06/2026
- Deutscher FeuerwehrverbandZehn Tipps für ein sicheres Weihnachtsfest ↗, Stand: 17.12.2025
- Berufsfeuerwehr NürnbergKerzen und Teelichter ↗
- Bezirksamt Spandau (Berlin)Stromausfall ↗
- Hamburg, Behörde für Inneres und SportStromausfälle und Blackouts ↗, Stand: 13.01.2026
- BfRKorrektes Kühlen von Lebensmitteln im Privathaushalt ↗, Stand: 13.02.2023
- Verbraucherzentrale NiedersachsenVerpflegung bei Stromausfall ↗, Stand: 04.08.2026
- Landesfeuerwehrverband BayernHeizen: so nicht! ↗, Stand: 14.10.2022
- Deutscher FeuerwehrverbandZeitumstellung: Heizung an, CO-Melder auch ↗, Stand: 23.10.2026
- Innenministerium Baden-WürttembergKohlenmonoxid in Innenräumen ↗, Stand: 24.01.2017
- BfRKorrektes Kühlen von Lebensmitteln im Privathaushalt ↗, Stand: 13.02.2023
- FoodSafety.govFood Safety During Power Outage ↗, Stand: 08.08.2024
- FDAFood and Water Safety During Power Outages and Floods ↗, Stand: o. D. auf der gelesenen Seite
- BBKVorsorge ↗
- Bayerisches StMELFUmgang mit gekühlten Lebensmitteln bei Stromausfall ↗, Stand: o. D.
Seite 10 · Üben ohne Risiko
- Practical ActionZeer Pots, 04.04.2022 ↗
- Engineering for ChangeZeer Pot ↗
- Regierung der Republik PolenPoradnik bezpieczeństwa, Długotrwały brak prądu ↗