Szenario
Lieferengpass
Das Regal im Supermarkt ist eher Schaufenster als Lager. Der Handel hat Lagerstufen abgebaut und liefert dafür häufiger nach, oft just in time.
Was passiert
Ein Lieferengpass heißt: Eine Ware kommt nicht in der gewohnten Menge in den Laden. Manchmal fehlt nur ein einzelnes Produkt, manchmal mehreres zugleich.
Das BBK nennt mögliche Gründe. Lieferketten können durch eine Pandemie, Cyberangriffe, anhaltende Dürre oder andere Ereignisse gestört werden.
Auch die BLE zählt Ereignisse auf, die bei Lebensmitteln zu Engpässen führen können. Dazu gehören Naturkatastrophen wie Hochwasser und Tierseuchen. Ebenso nennt sie einen großflächigen, lang anhaltenden Stromausfall.
Ein privater Vorrat hilft laut BLE, kurze Zeiten der Verknappung zu überstehen. Er macht euch für eine Weile unabhängig vom nächsten Einkauf.
Das BBK rät deshalb, sich möglichst 10 Tage selbst versorgen zu können. Auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft laut BBK schon sehr. Darauf baut ihr nach und nach auf.
Warum das Regal im Laden schnell leer sein kann, erklärt der Beitrag „Wie Waren zu euch kommen“. Dieses Szenario zeigt, was ihr im Engpass tut. Es geht um leere Regale, um längere Engpässe und um die Zeit danach.
Wie Waren zu euch kommen →Was schon passiert ist
Deutschland, 2022
Viele Händler gaben Mehl und Speiseöl nur noch begrenzt ab. Das Statistische Bundesamt sah dabei keine Anzeichen einer großflächigen Unterversorgung. Die hohe Nachfrage führte laut Destatis zu Abgabebegrenzungen. Ob Händler ihre Regale noch befüllen konnten, zeigen die Daten nicht.
Quellen4
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
Treffen mehrere Ausfälle zusammen, etwa Treibstoffmangel und ein Ausfall der Kommunikation, kann die Versorgung deutlich stocken. Dann hilft, wer schon ein paar Tage Vorrat zu Hause hat.
Wenn Regale leer bleiben
Steht ihr vor einem leeren Regal, ist das zuerst ein Ärgernis. Mit einem Vorrat zu Hause müsst ihr nicht sofort Ersatz finden.
Kauft, was ihr wirklich braucht, in den Mengen, die ihr sonst auch kauft. So bleibt auch für andere etwas übrig. Gibt ein Laden eine Ware nur begrenzt ab, haltet euch daran.
Weicht auf Ähnliches aus. Fehlen Nudeln, tun es Reis, Kartoffeln oder Haferflocken. Plant die nächsten Tage mit dem, was da ist, statt mehrere Läden abzufahren.
Fällt zusätzlich die Kühlung aus, esst laut BLE zuerst die gekühlten Lebensmittel. Danach kommt die haltbare Ware aus dem Schrank an die Reihe.
Achtet auf Nachrichten aus verlässlichen Quellen. Je emotionaler oder dramatischer eine Meldung ist, desto häufiger wird sie geteilt, schreibt das BBK. Gerüchte über leere Läden können so mehr Unruhe stiften als der Engpass selbst.
Fragt vertraute Nachbarn, ob ihr ihnen etwas mitbringen sollt. Gerade ältere Menschen sparen sich so den Weg von Laden zu Laden. Wer zusammen einkauft, fährt auch weniger.
Schreibt euch auf, was fehlt und was ihr ersatzweise genommen habt. So seht ihr später, was im Vorrat noch fehlt.
Wenn es länger dauert
Dauert ein Engpass länger, verschafft euch einen Überblick. Schreibt auf, was ihr habt und wie lange es reicht. Die BLE rät zu einem Vorratsplan, in dem ihr Entnommenes ausstreicht.
Teilt den Vorrat so ein, dass alle satt werden. Denkt an Kinder, an Allergien und an besondere Ernährung. Die BLE nennt Alter, Tätigkeit und diätetische Bedürfnisse als wichtige Punkte.
Vergesst die Haustiere nicht. Für sie empfiehlt die BLE einen Vorrat an Futterkonserven.
Fragt Nachbarn, ob ihr euch gegenseitig aushelfen könnt. Wer etwas übrig hat, kann tauschen. Der Austausch mit anderen hilft laut BBK auch, die Lage realistisch einzuschätzen.
Bleibt beim gewohnten Tagesablauf, so gut es geht. Tägliche Routinen und ein Plan für den Tag tun in Krisen gut, schreibt das BBK. Genug trinken und regelmäßig essen gehört dazu.
Kocht so, dass wenig übrig bleibt, und verwertet Reste am nächsten Tag. Was angebrochen ist, verbraucht ihr vor dem, was noch zu ist.
Hört auf die Hinweise eurer Kommune, wenn es Ausgabestellen oder besondere Regeln gibt.
Medikamente und Alltagsdinge
Bei einem Engpass denken viele zuerst an Lebensmittel. Für manche Haushalte zählen Medikamente genauso.
Wer regelmäßig auf Medikamente angewiesen ist, sollte laut BBK einen Vorrat für mindestens zehn Tage haben. Sprecht mit eurer Arztpraxis, wie ihr diesen Vorrat anlegt. Fehlt ein Mittel gerade, fragt in der Apotheke nach. Klärt jede Änderung mit Arztpraxis oder Apotheke.
Denkt auch an Dinge, die ihr täglich braucht. Das BBK nennt in seiner Checkliste Hygieneartikel wie Windeln und Monatshygiene. Dazu kommen Seife, Zahnpasta und Toilettenpapier.
Auch eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien und Brennstoff für einen Kocher stehen auf der Liste. Sie helfen, wenn zum Engpass ein Stromausfall kommt.
Wer Hilfsmittel nutzt, denkt an Ersatz. Das BBK nennt etwa eine Ersatzbrille oder Ersatz für Hörsysteme.
Prüft, was davon bei euch zur Neige geht. Ergänzt es in ruhigen Zeiten, nicht erst im Engpass. Dann müsst ihr nicht suchen, wenn es überall knapp ist.
Schreibt die Namen eurer Medikamente auf einen Zettel und legt ihn zur Notfallkarte. So könnt ihr auch in einer anderen Apotheke schnell sagen, was ihr braucht.
Was ihr vorher tun könnt
Am besten schützt ein Vorrat, den ihr ohnehin nutzt. Die BLE rät, Lebensmittel zu lagern, die ihr auch im Alltag esst. Zusätzliche Kosten entstehen dann nur beim ersten Aufbau, und der kann nach und nach geschehen.
Überlegt, wo ihr lagern könnt, etwa in der Speisekammer, im Keller oder in einem Regal. Die BLE rät, dabei auch an einen Stromausfall zu denken.
Plant deshalb Essen ein, das ohne Kühlung hält und ohne Herd satt macht. Das BBK nennt beides als wichtige Punkte für den Vorrat.
Wasser gehört dazu, laut BBK 2 Liter pro Person und Tag.
Mit dem Vorratskalkulator der BLE könnt ihr euren Bedarf berechnen. Ihr gebt an, wer im Haushalt lebt und für wie viele Tage ihr plant.
Kauft bei jedem Einkauf ein oder zwei haltbare Dinge mehr. So wächst der Vorrat, ohne dass ihr einen Großeinkauf plant.
Wie ihr den Vorrat lagert und im Wechsel verbraucht, steht im Beitrag „Vorräte richtig lagern“. In eurem Plan seht ihr, für wie viele Tage euer Vorrat schon reicht.
Vorräte richtig lagern →Wenn wieder alles da ist
Ist die Ware wieder im Laden, gibt es keinen Grund zur Eile. Füllt euren Vorrat in normalen Mengen auf, verteilt auf mehrere Einkäufe.
Stellt neue Ware nach hinten oder nach unten und verbraucht zuerst die ältere, rät die BLE. Prüft dabei das Mindesthaltbarkeitsdatum. Steht keins auf der Packung, notiert das Einkaufsdatum darauf.
Seht euch die Konserven an. Ist eine Dose nach außen gewölbt, lässt das auf verdorbenen Inhalt schließen. Esst ihn auf keinen Fall mehr, schreibt die BLE.
Tragt die neuen Vorräte in euren Vorratsplan ein. So behaltet ihr den Überblick.
Habt ihr euch bei Nachbarn etwas geliehen, gebt es zurück. Vielleicht wollt ihr euch auch beim nächsten Mal wieder aushelfen. Dann sprecht das jetzt ab, solange alles ruhig ist.
Schreibt auf, was euch im Engpass gefehlt hat. Das ist eure Einkaufsliste für die nächsten Wochen. Ein Engpass zeigt oft besser als jede Liste, was im Alltag wirklich zählt.
Tragt den neuen Stand danach in Klarvorrat ein.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Die Tourenküche. Auf mehrtägigen Touren kocht man aus wenigen Zutaten viele Gerichte. Reis, Linsen und Haferflocken lassen sich vielseitig verwenden. Zu Hause hilft das, wenn ein Produkt fehlt.
Der Proviantplan. Vor einer Wanderung plant man, was an welchem Tag gegessen wird. Macht im Engpass einen Plan für drei Tage. Dann seht ihr, was wirklich fehlt.
Die Tauschkiste. Auf dem Campingplatz hilft man sich mit einer Zwiebel oder etwas Salz aus. Unter Nachbarn geht das genauso. Eine Kiste im Hausflur, in die jeder etwas legt, macht das Tauschen leicht. Schreibt dazu, was ihr sucht.
Leicht und haltbar. Trockenobst, Nüsse und Knäckebrot sind auf Tour beliebt, weil sie lange halten. Im Vorrat erfüllen sie denselben Zweck und schmecken auch ohne Herd.
Gas nur im Freien. Den Campingkocher mit Gaskartusche nutzt ihr auch zu Hause nur draußen, rät das BBK. Drinnen kocht ihr nur mit Geräten, die für Innenräume zugelassen sind.
Häufige Fehler
Im Engpass alles auf einmal kaufen. Das leert die Regale für alle und kostet viel Geld auf einmal. Baut den Vorrat in ruhigen Zeiten nach und nach auf.
Nur für den Notfall einkaufen. Was ihr nicht mögt, bleibt liegen und verdirbt. Lagert, was ihr im Alltag esst.
Den Vorrat nie anrühren. Dann läuft er unbemerkt ab, und im Ernstfall ist manches nicht mehr gut. Verbraucht die ältere Ware zuerst und kauft nach.
Gerüchten folgen. Dramatische Meldungen verbreiten sich besonders schnell. Prüft, wer sie zuerst veröffentlicht hat.
Medikamente vergessen. Wer sie regelmäßig braucht, plant laut BBK mindestens zehn Tage ein. Klärt das mit der Arztpraxis.
Tiere nicht mitzählen. Dann fehlt zuerst das Futter, und Ersatz ist oft schwer zu finden. Legt auch für sie einen Vorrat an, am besten mit dem gewohnten Futter.
Nur Gekühltes lagern. Fällt zum Engpass der Strom aus, verdirbt es. Plant Haltbares ein, das auch kalt schmeckt.
Ohne Liste einkaufen. Dann kauft ihr doppelt und vergesst das Wichtige. Schreibt vorher auf, was fehlt.
Euer Schritt
Ein Engpass trifft euch weniger, wenn ihr wisst, was zu Hause ist. Nehmt euch dafür heute eine halbe Stunde.
Schaut in eure Schränke, in den Keller und ins Gefrierfach. Schreibt auf, was da ist und was fehlt. Achtet dabei auf das Datum und stellt Älteres nach vorn.
Prüft gleich auch euer Wasser. Der Wasserrechner zeigt, für wie viele Tage es reicht.
Denkt an alle im Haushalt, auch an Kinder und Tiere. Fehlen Futter, Windeln oder ein Medikament, schreibt es oben auf die Liste.
Nehmt die Liste zum nächsten Einkauf mit. Kauft ein oder zwei Dinge zusätzlich, nicht alles auf einmal. Was ihr ohnehin gern esst, kommt zuerst dran.
Sprecht mit vertrauten Nachbarn, ob ihr euch im Engpass aushelft. Vielleicht braucht jemand Hilfe beim Einkaufen.
Tragt danach in Klarvorrat ein, was ihr gezählt habt. Die App zeigt euch, für wie viele Tage es reicht.
In ein paar Wochen schaut ihr wieder hinein. So wächst der Vorrat ohne Großeinkauf.
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