Szenario
Müllabfuhr und Streik
Streikt die Müllabfuhr, bleiben die Tonnen voll und die Wertstoffhöfe zu.
Was passiert
Bei einem Warnstreik im öffentlichen Dienst kann auch die Müllabfuhr ausfallen. Dann bleiben Tonnen voll, und Wertstoffhöfe können geschlossen sein.
In Karlsruhe galt der Warnstreik im März 2025 für einen Tag. Ausfälle bei der Abfuhr konnte es laut Stadt trotzdem die ganze Woche geben. Welche Touren betroffen waren, stand erst am Morgen des Streiktags fest.
Auch fehlendes Personal kann die Abfuhr verzögern. In Mannheim kam 2025 beides zusammen: ein Warnstreik und Personalmangel durch Krankheit. Die Biotonne wurde deshalb eine Zeit lang nur alle 14 Tage geleert. Auch Sperrmüll wurde später abgeholt.
Das ist lästig, aber gut zu bewältigen. Wichtig ist, dass der Müll verschlossen, im Schatten und für Tiere unerreichbar steht. Das Umweltbundesamt rät zu dicht schließenden Behältern, möglichst sicher vor Ratten und Fliegen.
Wie ausgefallene Leerungen nachgeholt werden, regelt jede Kommune selbst. Was bei euch gilt, erfahrt ihr bei eurem Entsorger.
Dieses Szenario zeigt die ersten Tage, den Umgang mit Biomüll und Hygiene und die Zeit, wenn die Abfuhr wiederkommt. Was in den Hygienevorrat gehört, steht im Beitrag „Hausapotheke und Hygiene“.
Hausapotheke und Hygiene →Was schon passiert ist
Mannheim, März 2025
Nach einem Warnstreik und wegen vieler Krankmeldungen verzögerte sich die Abholung.
Quellen5
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
Fällt ein Streik in eine Hitzewelle, wird aus einem Ärgernis schnell ein Hygieneproblem. Dann zählt, dass Müll gut verschlossen und kühl steht.
Die ersten Tage
Wird eure Tonne nicht geleert, stellt sie zurück an ihren Platz. Darum bat etwa die Stadt Karlsruhe, damit Gehwege frei bleiben.
Schaut auf der Webseite eures Entsorgers nach, wie es weitergeht. Für ausgefallene Sperrmülltermine konnte Gelsenkirchen 2023 vorab keinen genauen Nachholtermin nennen. Rechnet also damit, dass ihr ein paar Tage wartet.
Drückt den Müll nicht mit Gewalt in eine volle Tonne. Der Deckel sollte dicht schließen. Leert die kleinen Sammelgefäße in der Wohnung häufig, rät das Umweltbundesamt.
Altpapier bringt ihr, wenn möglich, zu den Containern im Viertel. Das schafft Platz in den Tonnen. Auch Gelsenkirchen wies beim Warnstreik auf diese Container hin.
Manche Wertstoffhöfe nehmen in dieser Zeit Restmüll an. In Gelsenkirchen ging das 2023 eine Woche lang kostenfrei, mit Nachweis des Wohnorts. Fragt vorher, ob euer Hof geöffnet hat. Beim Streik können auch die Höfe zu sein.
Sprecht mit den Nachbarn im Haus, wo die vollen Säcke bis zur Abholung stehen. Ein gemeinsamer, schattiger Platz ist besser als viele einzelne.
Biomüll und Gerüche
Am schnellsten riecht der Biomüll, besonders an warmen Tagen. Fliegen und Maden sind laut Umweltbundesamt vor allem bei feuchten Fleisch-, Fisch- und Speiseresten ein Problem.
Wickelt nasse, faulende oder stark riechende Küchenabfälle in Zeitungspapier ein. Stellt die Biotonne an einen schattigen Platz und haltet den Deckel geschlossen. In Innenräume gehört sie nicht.
Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne, auch keine biologisch abbaubaren. Das Umweltbundesamt sagt das ausdrücklich. Nehmt stattdessen Zeitungspapier.
In den meisten Kommunen wird die Biotonne alle zwei Wochen geleert, schreibt das Umweltbundesamt. Im Sommer kann sie wöchentlich geleert werden, um Gerüche und Fliegen zu verringern. Fällt eine Leerung aus, dauert es bis zur nächsten entsprechend länger.
Kauft in dieser Zeit frische Lebensmittel eher in kleineren Mengen. Wer seinen Bedarf richtig einschätzt, wirft weniger weg, schreibt das Umweltbundesamt. Kocht so, dass wenig Reste entstehen.
Spült den Eimer für Bioabfall in der Küche regelmäßig aus. Das BIÖG rät, Abfallbehälter häufig zu leeren und mindestens einmal pro Woche mit warmem Wasser und Reinigungsmittel auszuwaschen.
Sauber im Haushalt
Mit ein paar einfachen Regeln bleibt es zu Hause hygienisch, auch wenn die Abfuhr ausfällt.
Wascht euch nach dem Kontakt mit Abfällen gründlich die Hände, rät das BIÖG. Seift sie dabei 20 bis 30 Sekunden ein.
Haushaltshandschuhe helfen beim Umfüllen und Tragen. Das BBK führt sie in seiner Checkliste für den Hygienevorrat auf, ebenso große, stabile Müllbeutel.
Nehmt für volle Säcke dickwandige, reißfeste Beutel und verschließt sie sorgfältig. Darum bat auch die Stadt Gelsenkirchen beim Warnstreik.
Windeln und Hygieneartikel wickelt ihr gut ein und knotet den Beutel zu. Haltet Kinder und Haustiere von offenen Säcken fern.
Verbrennt Müll niemals im Ofen oder im Kamin. Das ist laut Umweltbundesamt strafbar und gefährdet Gesundheit und Umwelt. Bei der unvollständigen Verbrennung entstehen giftige Gase. Abfälle gehören in die Tonne oder in die Wertstoffsammlung.
Wischt Deckel und Griffe der Tonnen ab, wenn etwas danebengegangen ist. Stellt Säcke nicht in die Wohnung, sondern an einen kühlen, schattigen Platz draußen.
Wenn die Abfuhr wiederkommt
Nach einem Streik holen Entsorger die Touren nach, so gut es geht. Wie das abläuft, legt jede Kommune selbst fest.
In Gelsenkirchen durften Betroffene 2023 einmalig Restmüll in Säcken neben die graue Tonne stellen. Das galt für die nächste reguläre Leerung. Die Menge durfte das Volumen der Tonne nicht übersteigen, ein Sack höchstens 15 Kilogramm wiegen.
Lest vorher die Hinweise eures Entsorgers. Nicht überall werden zusätzliche Säcke mitgenommen. Stellt Säcke erst am Abholtag hinaus, nicht schon Tage vorher.
Sperrmüll und große Elektrogeräte können sich länger verzögern. Lasst sie im Keller oder in der Wohnung, bis ihr einen neuen Termin habt.
Ist die Tonne leer, wascht sie aus, wenn sie gerochen hat. Lasst sie danach offen trocknen.
Bringt euren Vorrat an Müllbeuteln wieder auf den alten Stand. Schreibt auf, was gut lief und was gefehlt hat. Beim nächsten Streik seid ihr dann schneller.
Hat ein Nachbar Säcke für euch aufbewahrt oder hinausgetragen, sagt danke. Beim nächsten Mal hilft vielleicht ihr.
Was ihr vorher tun könnt
Weniger Müll heißt weniger Ärger, wenn die Abfuhr ausfällt. Das Umweltbundesamt nennt einfache Wege, Abfall zu vermeiden.
Nehmt zum Einkaufen eine Tasche oder einen Korb mit, statt jedes Mal eine neue Tüte. Greift bei Getränken zu Mehrwegflaschen statt Einweg.
Kauft nur so viel Frisches, wie ihr wirklich esst. Das spart Geld und Biomüll. Ein Blick in den Kühlschrank vor dem Einkauf hilft dabei.
Haltet stabile Müllbeutel und Haushaltshandschuhe vorrätig. Beides steht in der Checkliste des BBK und braucht wenig Platz.
Notiert die Nummer und die Webseite eures Entsorgers auf der Notfallkarte. Dort erfahrt ihr, wann nachgeholt wird. Manche Entsorger bieten auch eine App oder einen Newsletter.
Habt ihr die Wahl, stellt die Tonnen an einen schattigen Platz. Das beugt laut Umweltbundesamt Fliegen vor.
Klärt mit Hausverwaltung und Nachbarn, wo Säcke bis zur Abholung stehen dürfen. Wisst ihr, wo der nächste Wertstoffhof und die Container im Viertel sind? Schaut einmal nach, solange alles läuft.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Was man mitbringt, nimmt man mit. Auf Tour gibt es keine Tonne am Wegrand. Wer weniger Verpackung einpackt, trägt weniger zurück. Zu Hause hilft dieselbe Haltung beim Einkauf. Füllt Reis oder Nudeln in eigene Dosen um, dann bleibt nur die leere Tüte.
Der Beutel hängt hoch. Beim Campen hängt der Müll verschlossen und außer Reichweite von Tieren. Auf dem Balkon schützt eine dicht schließende Kiste. Das Umweltbundesamt rät zu Behältern, die möglichst sicher vor Ratten und Fliegen sind.
Flach statt sperrig. Wanderer drücken Verpackungen flach zusammen, damit sie in den Rucksack passen. Faltet Kartons eng und steckt kleine Verpackungen ineinander. Dann passt mehr in Tonne und Container.
Reste in die Zeitung. Am Lagerplatz wickelt man feuchte Reste ein. Das hält Gerüche und Fliegen fern, schreibt auch das Umweltbundesamt.
Feuer nur zum Kochen. Am Lagerfeuer verbrennt man keinen Plastikmüll. Zu Hause gilt das für Ofen und Kamin genauso. Dabei entstehen giftige Gase.
Häufige Fehler
Müll im Ofen verbrennen. Dabei entstehen giftige Gase, und es ist strafbar. Gebt ihn in die Tonne.
Säcke an fremde Container stellen. Ob sie mitgenommen werden, ist unklar, und offene Säcke ziehen Tiere an. Wartet auf die Hinweise eures Entsorgers.
Den Biomüll offen lassen. Fliegen und Maden finden schnell hinein. Wickelt Reste in Zeitungspapier und schließt den Deckel.
Die Tonne in die Sonne stellen. Ein schattiger Platz beugt laut Umweltbundesamt Fliegen vor. Rückt sie aus der Sonne, besonders die Biotonne.
Dünne Tüten nehmen. Sie reißen beim Tragen, und der Inhalt liegt dann im Treppenhaus. Nehmt dickwandige, reißfeste Säcke und verschließt sie gut.
Die Tonne auf dem Gehweg lassen. Sie versperrt den Weg, gerade für Kinderwagen und Rollstühle. Stellt sie zurück.
Nach dem Müll nicht die Hände waschen. Keime gelangen so an Essen und Gesicht. Wascht sie gründlich mit Seife.
Plastiktüten in den Biomüll geben. Auch abbaubare gehören laut Umweltbundesamt nicht hinein. Nehmt Zeitungspapier zum Einwickeln.
Euer Schritt
Ein Streik bei der Müllabfuhr kommt oft kurzfristig. Mit ein paar Handgriffen seid ihr vorbereitet.
Legt heute eine Rolle stabiler Müllbeutel bereit, an einen Platz, den alle kennen. Ein Paar Haushaltshandschuhe gehört dazu, ebenso ein Stück Seife am Waschbecken.
Notiert die Nummer und die Webseite eures Entsorgers auf der Notfallkarte. Schaut dabei nach, wie er bei Ausfällen informiert.
Fragt bei der Hausverwaltung, wo Säcke bei einem Ausfall stehen dürfen. Sagt es den Nachbarn weiter.
Schaut, wo eure Tonnen stehen. Gibt es einen schattigen Platz, stellt die Biotonne dorthin.
Legt etwas Zeitungspapier in die Küche, für feuchte Reste. Kinder können beim Einwickeln helfen und lernen dabei, was in welche Tonne gehört.
Sprecht im Haushalt kurz ab, wer bei einem Ausfall die Tonnen zurückstellt und wer die Hinweise des Entsorgers liest. Bei Nachbarn, die schlecht tragen können, bietet eure Hilfe an.
Mehr braucht es für heute nicht. Beim nächsten Streik wisst ihr, was zu tun ist.
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Jede Seite nennt ihre Quellen. Eigene Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen. „Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
Quellen
Seite 2 · Was passiert
- Stadt KarlsruheWarnstreik: Ausfälle bei der Müllabfuhr, 10.03.2025 ↗
- Stadt GelsenkirchenWarnstreik und Abfallentsorgung, 07.03.2023 ↗
- Stadt MannheimVerzögerungen bei der Abfallwirtschaft, 25.03.2025 ↗
- UmweltbundesamtAbfälle im Haushalt, Ratgeber, Stand 12/2020, S. 26 ↗
Seite 3 · Was schon passiert ist
- Stadt MannheimVerzögerungen bei der Abfallwirtschaft, 25. März 2025 ↗
Seite 4 · Die ersten Tage
Zurück: Seite 4 · Die ersten TageSeite 5 · Biomüll und Gerüche
- BIÖG, infektionsschutz.deKüchen- und Lebensmittelhygiene ↗
Seite 6 · Sauber im Haushalt
- BIÖG, infektionsschutz.deHändewaschen ↗
- UmweltbundesamtAbfälle im Haushalt, Ratgeber, Stand 12/2020, S. 19, 26 ↗
Seite 7 · Wenn die Abfuhr wiederkommt
Zurück: Seite 7 · Wenn die Abfuhr wiederkommtSeite 8 · Was ihr vorher tun könnt
- UmweltbundesamtAbfälle im Haushalt, Ratgeber, Stand 12/2020, S. 12–13, 26 ↗
Quellen9
Zurück: Seite 8 · Was ihr vorher tun könntSeite 9 · Aus der Praxis
Quellen10
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