Szenario
Lockdown und Pandemie
Bei einer Pandemie kann sich der Alltag schnell ändern.
Was passiert
Bei einer Pandemie verbreitet sich ein Krankheitserreger über viele Länder. Wie stark sich der Alltag dadurch ändert, ist jedes Mal anders.
Das BBK nennt eine Pandemie als möglichen Grund für Lieferengpässe. Auch die BLE zählt sie zu den Ursachen einer Versorgungskrise bei Lebensmitteln.
Ein Vorrat hilft aber schon im Kleinen. Wer akut erkrankt, sollte sich schonen und im Bett bleiben, schreibt das BBK. Dann ist es gut, nicht einkaufen gehen zu müssen.
Schulen, Kitas und Treffen können ausfallen. Viele bleiben mehr zu Hause als sonst, und der Tag braucht eine neue Ordnung.
Viele Fragen in einer Pandemie sind medizinisch. Sie gehören in die Arztpraxis, in die Apotheke oder zum Gesundheitsamt. Dieses Szenario zeigt nur, wie ihr den Alltag vorbereitet. Es geht um Kranke im Haushalt, um geschlossene Kitas und um lange Tage zu Hause. Was in eine Hausapotheke gehört, steht im Beitrag „Hausapotheke und Hygiene“.
Was in einer früheren Pandemie galt, gilt nicht von selbst wieder. Achtet auf die aktuellen Hinweise eurer Kommune und des Gesundheitsamts.
Hausapotheke und Hygiene →Was schon passiert ist
Niedersachsen, März 2020
Schulen und Kitas stellten wegen Corona den regulären Betrieb ein. Es gab nur eine Notbetreuung.
Quellen4
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
Neue Erreger wird es weiter geben, und in einer vernetzten Welt verbreiten sie sich schnell. Wie stark der Alltag dann eingeschränkt wird, weiß vorher niemand. Wer ein paar Tage Vorrat und eine Absprache mit Nachbarn hat, bleibt gelassener.
Wenn jemand krank ist
Wer Zeichen einer akuten Atemwegserkrankung hat, bleibt laut RKI zu Hause und schränkt Kontakte ein. Auch das BIÖG rät Erkrankten, sich zu Hause auszukurieren.
Erkrankte halten möglichst Abstand zu besonders gefährdeten Menschen. Das BIÖG nennt Schwangere, Säuglinge, alte und immungeschwächte Menschen. Verzichtet in dieser Zeit auf Umarmungen und Händeschütteln.
Ältere Menschen haben laut RKI ein höheres Risiko für schwere Verläufe. Großeltern überlegen deshalb, ob sie einen Besuch bei kranken Enkeln besser verschieben.
Bei Beschwerden fragt ihr in eurer Arztpraxis nach. Außerhalb der Sprechzeiten erreicht ihr den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Das BBK führt die Nummer in seiner Liste wichtiger Rufnummern. Im Notfall wählt ihr 112.
Bei sehr ansteckenden Krankheiten ruft vor dem Besuch in der Praxis an, rät das BIÖG. Dann kann sich die Praxis darauf einstellen.
Ein Vorrat erspart euch jetzt den Weg in den Laden. Fehlt doch etwas, bittet Nachbarn oder Familie, es vor die Tür zu stellen. So bekommt ihr, was ihr braucht, ohne jemanden anzustecken.
Ansteckung zu Hause bremsen
Lebt ihr mit einer kranken Person zusammen, helfen einfache Regeln. Nach dem Kontakt mit Erkrankten wascht ihr gründlich die Hände, schreibt das BIÖG. Seift dabei alle Stellen der Hände 20 bis 30 Sekunden ein.
Wenn die Wohnung es zulässt, halten sich Erkrankte je nach Erkrankung in einem eigenen Zimmer auf und schlafen dort. Handtücher, Waschlappen, Geschirr und Besteck teilt ihr nicht.
Lüftet alle Räume regelmäßig, auch im Winter. Das BIÖG rät zum Stoßlüften, mehrmals am Tag für einige Minuten mit weit geöffneten Fenstern.
Wer hustet oder niest, dreht sich weg und nimmt ein Taschentuch. Danach kommt es in den Müll. Ist keines zur Hand, hilft die Armbeuge vor Mund und Nase. In die Hand husten verteilt die Erreger auf alles, was ihr danach anfasst.
Desinfektionsmittel braucht es im Privathaushalt laut BIÖG in der Regel nicht. Bei sehr ansteckenden Infektionen oder Menschen mit geschwächter Abwehr kann das anders sein. Lasst euch dann in der Arztpraxis, der Apotheke oder beim Gesundheitsamt beraten.
Wenn Kita und Schule schließen
In einer Pandemie können Schulen und Kitas schließen. Dann braucht ihr schnell eine Lösung für die Betreuung.
Klärt vorher, wer einspringen kann, etwa Freunde, Nachbarn oder Großeltern. Bei den Großeltern denkt daran, dass sie selbst ein höheres Risiko haben können.
Fragt bei Schule und Kita, wie sie im Ernstfall informieren. Tragt die Nummern in die Notfallkarte ein.
Kinder bekommen Nachrichten über Krisen mit, schreibt das BBK, etwa in der Schule oder aus Gesprächen von Erwachsenen. Nehmt ihre Sorgen ernst. Beantwortet Fragen offen, ehrlich und so einfach wie möglich. Drängt aber kein Gespräch auf, wenn ein Kind nicht darüber reden möchte.
Kinder zeigen Belastung auf unterschiedliche Weise. Manche schlafen schlecht oder wirken gereizt, andere zeigen zunächst gar nichts. Macht ihr euch große Sorgen, helfen laut BBK die Kinderarztpraxis oder eine Beratungsstelle.
Ein fester Tagesablauf mit Lernzeit, Spiel und Bewegung gibt Halt. Sagt euren Kindern, dass ihr auf sie aufpasst und gut vorbereitet seid.
Lange Tage zu Hause
Müsst ihr länger zu Hause bleiben, kann das belasten. Krisen können Angst und Unsicherheit auslösen, schreibt das BBK. Sich hilflos zu fühlen, ist in einer solchen Lage normal.
Das BBK nennt einiges, das in solchen Zeiten guttut. Haltet Kontakt zu anderen, auch am Telefon. Behaltet tägliche Routinen bei und macht einen Plan für den Tag.
Geht, wenn es möglich ist, ins Freie und bewegt euch. Gönnt euch Pausen und Zeit für Ruhe. Schlaft genug, trinkt ausreichend und esst regelmäßig.
Schaut nur so viele Nachrichten, wie ihr braucht, um auf dem Laufenden zu bleiben. Feste Zeiten dafür können helfen, rät das BBK.
Unterstützt euch gegenseitig in der Familie und im Freundeskreis. Das Gefühl, mit seinen Sorgen nicht allein zu sein, hilft laut BBK schon viel.
Wird es zu viel, hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr, kostenlos und auf Wunsch anonym. Ihr erreicht sie unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Was ihr vorher tun könnt
Ein Vorrat hilft, wenn ihr krank seid oder nicht einkaufen sollt. Das BBK rät zu möglichst 10 Tagen. Ein Anfang mit 3 Tagen hilft aber schon sehr.
Wer regelmäßig Medikamente braucht, hält laut BBK einen Vorrat für mindestens zehn Tage bereit. Sprecht dazu rechtzeitig mit eurer Arztpraxis.
Schaut in eure Hausapotheke. Ein Fieberthermometer gehört laut BBK zur Grundausstattung.
In der Checkliste des BBK stehen auch Atemschutzmasken zum Schutz vor Viren und Bakterien in der Luft. Dazu kommen Seife, Toilettenpapier, Haushaltspapier und Müllbeutel.
Klärt mit Familie und Nachbarn, wer für wen einkauft, wenn jemand krank ist. Schreibt die Nummern auf die Notfallkarte. Fragt bei der Arbeit, ob ihr im Ernstfall von zu Hause arbeiten könntet.
Legt ein paar Bücher, Spiele und Bastelsachen beiseite, die nicht jeden Tag im Einsatz sind. An langen Tagen zu Hause sind sie dann etwas Neues. In eurem Plan seht ihr, für wie viele Tage euer Vorrat schon reicht.
Zum Plan →Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Der Hüttentag. Bei Dauerregen bleibt man auf der Hütte und braucht einen Plan. Spiele, Bücher und eine feste Zeit für Bewegung helfen auch zu Hause. Wer abwechselnd den Tag plant, bringt neue Ideen mit.
Jeder seinen Becher. In der Gruppe hat jede Person ihren eigenen Becher, oft mit Namen. Das passt zur Regel des BIÖG, Geschirr bei Krankheit nicht zu teilen.
Frische Luft am Morgen. Im Zelt lüftet man morgens zuerst durch. Zu Hause tut Stoßlüften mehrmals am Tag gut, besonders im Zimmer der kranken Person.
Der Zettel am Brett. Auf dem Campingplatz hängt man Nachrichten an ein schwarzes Brett. Ein Zettel im Treppenhaus kann Hilfe beim Einkaufen anbieten oder suchen. Schreibt eine Klingel oder Telefonnummer dazu.
Der Waschplatz. Am Waschplatz liegt immer Seife bereit. Stellt zu Hause Seife und ein eigenes Handtuch für die kranke Person hin. Gründlich gewaschen wird 20 bis 30 Sekunden.
Häufige Fehler
Krank zur Arbeit oder zum Treffen gehen. Dann verbreitet sich der Erreger weiter, auch zu Menschen, die besonders gefährdet sind. Bleibt zu Hause und schränkt Kontakte ein.
In die Hand husten. Die Erreger landen dann an allem, was ihr anfasst. Nehmt ein Taschentuch oder die Armbeuge.
Handtücher teilen. Darüber können Keime weitergehen. Gebt der kranken Person eigene Handtücher, Waschlappen und eigenes Geschirr.
Alles desinfizieren. Im Haushalt reicht meist die gewohnte Hygiene mit Seife, Putzmittel und Lüften. Desinfektionsmittel nehmt ihr nur nach Beratung.
Unangemeldet in die Praxis gehen. Bei sehr ansteckenden Krankheiten ruft vorher an. Dann kann sich die Praxis vorbereiten.
Ständig Nachrichten schauen. Das kann zusätzlich belasten, gerade abends vor dem Schlafen. Legt feste Zeiten fest.
Die Betreuung erst im Ernstfall klären. Dann fehlt die Zeit für gute Absprachen. Sprecht vorher mit Familie und Nachbarn.
Mit den Sorgen allein bleiben. Austausch mit anderen entlastet. Ruft an, auch wenn es nur kurz ist.
Euer Schritt
Eine Pandemie stellt den Alltag um. Am meisten hilft dann eine Absprache, die schon steht.
Überlegt heute, wer einspringt, wenn Schule oder Kita schließen. Denkt auch daran, wer für euch einkauft, wenn ihr krank seid.
Sprecht vorher mit diesen Menschen. Fragt, ob es für sie passt und wie ihr sie am besten erreicht.
Tragt die Namen und Nummern in die Notfallkarte ein und druckt sie aus. Legt die Karte an einen Platz, den alle kennen.
Schaut danach kurz in euren Vorrat. Reicht er für ein paar Tage, an denen niemand einkaufen geht? Legt Seife, Taschentücher und Müllbeutel dazu, wenn sie fehlen.
Kinder können mithelfen, etwa beim Aufschreiben der Nummern. So wissen sie, wen sie anrufen können.
Fragt auch eine ältere Nachbarin oder einen Nachbarn, ob ihr füreinander da sein wollt. Tauscht dafür eure Nummern aus und schreibt sie auf.
Mehr braucht es für heute nicht. Ein Gespräch und eine ausgedruckte Karte sind schon ein guter Anfang.
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Jede Seite nennt ihre Quellen. Eigene Beispiele und Absprachen sind Planungshilfen. „Aus der Praxis“ ist eine ergänzende Idee.
Quellen
Seite 2 · Was passiert
- BLE, ErnährungsvorsorgeHäufig gestellte Fragen ↗
Seite 3 · Was schon passiert ist
- Niedersächsisches KultusministeriumUnterrichtsausfall und Kitaschließungen, März 2020 ↗
Seite 4 · Wenn jemand krank ist
- BIÖG, infektionsschutz.deBarrieremaßnahmen ↗
Seite 5 · Ansteckung zu Hause bremsen
- BIÖG, infektionsschutz.deHändewaschen ↗
- BIÖG, infektionsschutz.deHygiene beim Husten und Niesen ↗
- BIÖG, infektionsschutz.deDesinfektionsmittel ↗
Quellen6
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Quellen5
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