Szenario
Cyberangriff
Ein Angriff auf Computer trifft oft nicht euch, sondern die Dienste, denen ihr vertraut.
Was passiert
Bei einem Cyberangriff dringen Täter in Computer und Netze ein. Oft trifft es nicht euch direkt, sondern Dienste, auf die ihr euch verlasst. Das BBK nennt Krankenhäuser, Versorgungswerke und Supermärkte als Beispiele. Dort können Angriffe die IT stören, die wir im Alltag brauchen.
Was dann ausfällt, hängt davon ab, wen es trifft. Steht die IT, stocken Bestellungen und Lieferungen. Ohne funktionierende IT fallen auch elektronische Zahlungssysteme aus, schreibt das BBK. Dann gehen Kartenzahlung und Geldautomat nicht mehr.
Auch Mobilfunk und Internet können gestört sein. Dann lässt sich mit dem Handy weder telefonieren noch eine Nachricht schicken, schreibt das BBK.
Sogar der Strom kann betroffen sein. Das BBK zählt Cyberangriffe zu den möglichen Ursachen eines Stromausfalls.
Im eigenen Haushalt kann ein Angriff auch klein aussehen: eine gefälschte Mail, ein gehacktes Konto, ein Gerät mit Schadsoftware. Dieses Szenario zeigt, was ihr dann tut und wie ihr vorsorgt. Es führt durch den Ausfall eines Dienstes, ein Datenleck und einen Befall am eigenen Gerät. Betrug am Telefon und gefälschte Stimmen stehen im Beitrag „Täuschend echt“.
Täuschend echt →Was schon passiert ist
Oktober 2026, Binance
Am 29. Oktober wurden bei der Krypto-Börse rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Es ist der größte Krypto-Diebstahl bisher. Der Weg hinein führte über ein falsches Bewerbungsgespräch mit einem Mitarbeiter. Abhebungen waren mehrere Tage gesperrt.
Februar 2025, Bybit
Angreifer stahlen von der Krypto-Börse rund 1,5 Milliarden Dollar. Das FBI ordnet den Diebstahl Nordkorea zu.
Quellen6Juni 2024, PHP
Eine kritische Lücke in PHP, das viele Webseiten antreibt, wurde schnell für Erpressungsangriffe genutzt. Die US-Behörde CISA führt sie als aktiv ausgenutzt.
Quellen72024, Hugging Face
Auf der großen Plattform für KI-Modelle fanden Forscher rund 100 Modelle mit Schadcode. Im Mai 2024 meldete Hugging Face außerdem unbefugten Zugriff auf seinen Dienst Spaces.
September 2025, KI als Angreifer
Anthropic stoppte nach eigenen Angaben einen Spionageangriff, den eine KI weitgehend selbst ausführte. Laut Bericht übernahm sie 80 bis 90 Prozent der Arbeit.
Quellen11
Was als Nächstes kommen kann
Das ist eine Einschätzung, keine Meldung.
KI kann Cyberangriffe beschleunigen und erleichtern. Laut BSI senkt KI Aufwand, Zeit und Einstiegshürde für Angriffe deutlich. Zwischen dem Fund einer Sicherheitslücke und ihrem Missbrauch vergeht immer weniger Zeit.
Geschlossene und offene Modelle. Große Anbieter wie Anthropic oder OpenAI betreiben ihre Modelle selbst. Sie suchen nach Missbrauch und sperren ihn, so wie im Fall von September 2025. Offene Modelle dagegen kann jeder herunterladen, verändern und nachtrainieren. Die Schutzregeln lassen sich dabei laut Forschung oft wieder entfernen. Laut Bericht von 2026 liegen führende offene Modelle in gängigen Leistungstests weniger als ein Jahr hinter führenden geschlossenen.
Offene Modelle sind wichtig für Forschung und Abwehr. Doch was einmal frei im Netz ist, lässt sich nicht zurückholen. Mit jeder neuen Generation werden solche Werkzeuge stärker, auch in den falschen Händen. Für Haushalte heißt das: Angriffe werden häufiger, gezielter und überzeugender, etwa als täuschend echte Mail oder Stimme.
Wenn ein Dienst ausfällt
Hört ihr von einem Angriff auf eure Bank, euren Versorger oder die Stadtverwaltung, bleibt ruhig. Meist könnt ihr selbst wenig tun, außer abzuwarten und vorsichtig zu sein.
Verlässliche Hinweise kommen vom betroffenen Dienst selbst und von den Behörden. Sucht sie über die Webseite, die ihr kennt. Gehen Internet und Mobilfunk nicht, senden Radiosender laut BBK weiter.
Fällt die Kartenzahlung aus, hilft Bargeld. Das BBK führt Bargeld in seiner Checkliste für den Notfall auf.
Klappt ein Termin nicht, etwa beim Amt oder in der Praxis, fragt telefonisch nach. Eine Liste mit Nummern auf Papier hilft, wenn ihr nicht an eure gespeicherten Kontakte kommt.
Kommt jetzt eine Nachricht, die sich auf den Ausfall beruft, prüft sie besonders genau. Sie kann echt sein, aber auch von Betrügern stammen.
Banken fordern grundsätzlich keine vertraulichen Daten per Mail, Telefon oder Post an, schreibt die Polizei. Klickt nicht auf den Link in einer solchen Mail. Geht stattdessen über die Startseite eurer Bank, die ihr kennt. Seid ihr unsicher, fragt bei der Bank nach.
Wenn eure Daten betroffen sind
Manchmal meldet ein Unternehmen, dass Kundendaten in falsche Hände geraten sind. Man spricht dann von einem Datenleck.
Kriminelle können eure Angaben nutzen, um euch besonders überzeugend zu täuschen, schreibt die Verbraucherzentrale. Rechnet mit betrügerischen Mails, SMS, Briefen oder Anrufen. Darin sollt ihr vielleicht weitere Daten oder den Zugang zum Onlinebanking preisgeben.
Ändert eure Passwörter möglichst schnell. Das gilt auch für Konten, bei denen ihr dasselbe oder ein ähnliches Passwort nutzt.
Ist euer Mailkonto betroffen, sichert ihr zuerst dieses mit einem neuen Passwort. Nehmt dafür ein anderes Gerät, wenn ihr dem ersten nicht traut. Sonst können neue Zugangsdaten abgefangen werden, warnt die Verbraucherzentrale.
Schaut in der nächsten Zeit regelmäßig auf eure Kontobewegungen. Seht ihr eine Abbuchung, die ihr nicht kennt, meldet euch sofort bei eurer Bank.
Wurden eure Daten missbraucht, zeigt es bei der Polizei an, rät die Polizei. Das geht auch über die Onlinewachen der Länder.
Welche Rechte ihr gegenüber dem Unternehmen habt, erklärt die Verbraucherzentrale. Wie ihr Konten dauerhaft absichert, steht im Beitrag „Konten absichern“.
Konten absichern →Wenn ein Gerät befallen ist
Verhält sich euer Computer seltsam, oder fordert eine Meldung Geld für eure Dateien, gilt laut BSI zuerst: keine Panik. Beendet die Arbeit wie gewohnt und schaltet das Gerät aus.
Wer sich nicht gut auskennt, holt sich am besten fachlichen Rat, rät das BSI. Eine Schadsoftware zu entfernen, kann technisch schwierig sein.
Erpressungssoftware verschlüsselt Fotos, Dokumente und andere Dateien. Für die Freigabe verlangen die Täter Geld, meist in einer Kryptowährung. Die Polizei rät, auf keinen Fall zu zahlen und Anzeige zu erstatten. Ob die Daten nach einer Zahlung wieder frei werden, ist nicht sicher. Außerdem können weitere Forderungen folgen.
Am sichersten ist es laut BSI, das Gerät neu aufzusetzen. Danach spielt ihr eure Daten aus einer Sicherung zurück. Das geht nur, wenn ihr vorher eine angelegt habt.
Habt ihr in der Zwischenzeit Dateien verschickt, warnt alle Empfänger. Kam die Schadsoftware per Mail von jemandem, den ihr kennt, sagt der Person Bescheid.
Steckt bis dahin keine Sticks oder Festplatten an das Gerät, die ihr noch braucht. Schreibt auf, wann es anfing und was ihr gesehen habt. Das hilft der Fachwerkstatt und der Polizei.
Falschmeldungen erkennen
Nach einem Angriff ist oft lange unklar, was genau passiert ist. In solchen Lagen gibt es widersprüchliche und falsche Informationen, schreibt das BBK, etwa in sozialen Netzwerken.
Manche verbreiten Falschmeldungen sogar mit Absicht. Sie wollen Menschen verunsichern und das Vertrauen in staatliches Handeln schwächen. Je dramatischer eine Meldung klingt, desto häufiger wird sie geteilt.
Haltet deshalb kurz inne, bevor ihr etwas weiterleitet. Das BBK schlägt drei Fragen vor. Ist die ursprüngliche Quelle seriös? Beruht die Meldung auf Fakten und nennt sie Belege? Berichten andere vertrauenswürdige Quellen dasselbe?
Bei Webseiten hilft ein Blick ins Impressum. Dort sollten ein voller Name und eine vollständige Anschrift stehen, nicht nur eine anonyme Mailadresse.
Lautet eine Antwort nein, könnte es Desinformation sein. Dann gebt die Meldung nicht weiter, rät das BBK.
Amtliche Warnungen dagegen gebt ihr ruhig an Nachbarn, Familie und Freunde weiter. Vielleicht haben nicht alle sie bekommen. Prüft vorher kurz, ob die Warnung wirklich von einer Behörde stammt. Seriöse Nachrichtenseiten haben oft eigene Teams, die Meldungen prüfen.
Was ihr vorher tun könnt
Updates schließen Sicherheitslücken. Das BSI nennt sie eines der wirksamsten Mittel gegen Angriffe aus dem Internet. Schaltet automatische Updates ein, wo es geht, und installiert neue möglichst rasch.
Das gilt für Handy, Computer und Tablet, aber auch für Fernseher und andere vernetzte Geräte. Auch Router sind zunehmend Ziel von Angriffen, schreibt das BSI. Kriminelle fälschen außerdem Update-Hinweise. Installiert deshalb nur, was auf gewohntem Weg angeboten wird.
Sichert eure Daten regelmäßig auf ein externes Speichermedium, etwa eine Festplatte. Bewahrt die Sicherung räumlich getrennt vom Computer auf, rät das BSI. Prüft ab und zu, ob sie sich noch lesen lässt.
Nutzt für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort und, wo möglich, einen zweiten Faktor.
Schreibt wichtige Nummern auf Papier, auch die eurer Bank und eures Arztes. Legt etwas Bargeld und ein Radio mit Batterie oder Kurbel bereit. Dann kommt ihr auch weiter, wenn Dienste ausfallen.
Sprecht mit älteren Angehörigen über gefälschte Mails und Nachrichten. Bietet an, bei Updates zu helfen.
Aus der Praxis
Eine Idee, keine Regel
Erfahrungen aus Camping und Outdoor, keine Empfehlung einer Behörde.
Die Karte für unterwegs. Wer wandert, lädt die Karte vorher aufs Handy, denn im Funkloch gibt es kein Netz. Das BBK rät ebenfalls, Online-Karten herunterzuladen und offline zu nutzen. Ein Stadtplan auf Papier geht sogar ohne Akku.
Doppelt gesichert. Auf Reisen sichern viele ihre Fotos abends auf einen zweiten Speicher. Zu Hause hilft ein fester Termin für die Sicherung, etwa der erste Sonntag im Monat. Das BSI rät zu einem regelmäßigen Turnus.
Wer funkt, wer hört. In Gruppen auf Tour ist abgesprochen, wer wen informiert. Legt in der Familie fest, wer Nachrichten verfolgt und weitergibt.
Erst prüfen, dann erzählen. Am Lagerfeuer wird viel erzählt, und nicht alles stimmt. Bei Meldungen im Netz gilt dasselbe. Fragt euch, wer sie zuerst verbreitet hat.
Kein fremder Stick. Unterwegs findet man manchmal einen USB-Stick oder bekommt einen geschenkt. Das BSI warnt, dass solche Sticks Schadsoftware enthalten können. Schließt auch das Handy nicht unbedacht an fremde Computer an, etwa zum Laden.
Häufige Fehler
Das Lösegeld zahlen. Ob die Daten danach frei werden, ist unsicher, und weitere Forderungen können folgen. Zeigt die Tat bei der Polizei an.
Auf den Link in der Mail klicken. Gefälschte Mails führen auf Seiten, die echt aussehen. Geht über die Startseite, die ihr kennt.
Ein Passwort für alles. Gerät es bei einem Dienst in falsche Hände, sind andere Konten mit offen. Nehmt für jedes Konto ein eigenes.
Updates wegklicken. Angreifer nutzen bekannte Lücken oft schon in den ersten Tagen. Installiert Updates rasch.
Keine Sicherung haben. Nach einem Befall sind die Daten dann vielleicht verloren. Legt regelmäßig eine Sicherung auf einem getrennten Speicher an.
Neue Passwörter am befallenen Gerät eingeben. Dort können sie abgefangen werden. Nehmt ein anderes Gerät.
Gerüchte weiterleiten. Falsche Meldungen verunsichern andere. Prüft Quelle und Belege, bevor ihr etwas teilt.
Alles nur digital ablegen. Fällt das Netz aus, kommt ihr nicht an Nummern und Kontakte. Eine Liste auf Papier hilft.
Euer Schritt
Einen Angriff auf eure Dienste könnt ihr nicht verhindern. Ihr könnt aber dafür sorgen, dass ihr erreichbar bleibt und an eure Daten kommt.
Tragt heute eure wichtigsten Kontakte in die Notfallkarte ein. Dazu gehören Familie, Nachbarn, Arztpraxis und die Nummer eurer Bank. Druckt die Karte aus und legt sie an einen festen Platz.
Schaut danach auf eure Geräte. Sind automatische Updates eingeschaltet, auf dem Handy, am Computer und am Router? Wenn nicht, holt das jetzt nach.
Legt einen Termin für eure nächste Datensicherung fest. Tragt ihn in den Kalender ein, am besten mit einer Erinnerung jeden Monat.
Sprecht im Haushalt kurz ab, wie ihr mit verdächtigen Nachrichten umgeht. Eine einfache Regel hilft allen: erst fragen, dann klicken. Das gilt für Kinder genauso wie für Großeltern.
Schreibt auch auf, wie ihr eure Bank im Notfall erreicht, etwa die Nummer auf der Rückseite der Karte. Dann müsst ihr sie nicht erst suchen.
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Quellen
Seite 2 · Was passiert
Seite 3 · Was schon passiert ist
Seite 4 · Wenn ein Dienst ausfällt
- Polizeiliche KriminalpräventionPhishing ↗
Seite 5 · Wenn eure Daten betroffen sind
- VerbraucherzentraleDatenlecks, 12.12.2024 ↗
- VerbraucherzentraleErste Hilfe bei gehackten Online-Konten, 08.10.2025 ↗
- Polizeiliche KriminalpräventionIdentitätsdiebstahl ↗
Seite 6 · Wenn ein Gerät befallen ist
- Polizeiliche KriminalpräventionRansomware ↗
Seite 7 · Falschmeldungen erkennen
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Quellen19
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